Ausschuss-Vorsitzende
AfD begrüßt Vorstoß von Hessens CDU-Chef Rhein - Kritik von Koalitionsvertretern

Die Alternative für Deutschland hat den Vorstoß von Hessens Ministerpräsident Rhein zu einem anderen Umgang mit der AfD im Bundestag begrüßt. Parlamentsgeschäftsführer Baumann sagte der Nachrichtenagentur AFP, er gehe davon aus, dass die CDU in absehbarer Zeit ihre Ausgrenzungsstrategie aufgeben werde. Kritik kam hingegen aus den Koalitionsfraktionen.

    Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein mit Anzug und Krawatte steht vor einem Gebäude und sagt etwas.
    Boris Rhein wirbt für AfD-Ausschussvorsitzende im Bundestag. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Bernd Elmenthaler)
    Rhein hatte argumeniert, die AfD sei gewählt, und so sollte man mit ihr umgehen. Baumann betonte, dass Rhein sich jetzt dafür ausspreche, der Partei nicht länger die ihr zustehenden Ausschussvorsitze im Bundestag zu verwehren, sei nur der erste Schritt.
    Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsfraktion, dos Santos-Wintz, wies den Vorschlag ihres Parteikollegen zurück. Es gebe keinen Anspruch auf einen Ausschussvorsitz, sagte sie der AFP. Die Ausschussmitglieder wählten ihre Vorsitzenden selbst. Abgeordnete der AfD hätten sich mit ihrem Angebot offensichtlich nicht durchsetzen können. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Fiedler, argumentierte ähnlich. Der Grund liege bei den AfD-Kandidaten und nicht bei den Mitgliedern der Ausschüsse.

    Kein Rechtsanspruch

    Bislang wurden die AfD-Kandidaten auf den Vorsitzposten in den jeweiligen Ausschüssen abgelehnt. Eine Debatte darüber wird immer wieder geführt. Das Bundesverfassungsgericht hatte vor gut zwei Jahren entschieden, dass die Ausschüsse grundsätzlich die Zusammensetzung des Plenums widerspiegeln müssen. Dadurch ergibt sich ein Anspruch auf Mitgliedschaften in den Ausschüssen, aber nicht auf den Vorsitz.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Hessens CDU-Chef Rhein wirbt für AfD-Ausschussvorsitzende
    Diese Nachricht wurde am 04.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.