
Der finnische Konzern UPM hat seine neue Bioraffinerie im Chemiepark eingeweiht. Wie das Unternehmen im Beisein von Ministerpräsident Schulze (CDU) mitteilte, handelt es sich mit einer Jahreskapazität von 220.000 Tonnen um die weltweit größte Anlage ihrer Art. In der Raffinerie wird vor allem Buchenholz aus Durchforstungen sowie Restholz aus Sägewerken verarbeitet. Das Holz soll aus einem Umkreis von rund 200 Kilometern stammen und nach Angaben des Unternehmens nicht für höherwertige Anwendungen wie Möbel oder den Hausbau geeignet sein.
Ersatz für fossile Rohstoffe
Das Holz wird in mehreren Schritten aufgespalten und zu verschiedenen Chemierohstoffen weiterverarbeitet. Dabei entstehen unter anderem flüssige Zuckerlösungen und der Holzbestandteil Lignin. Die daraus gewonnenen Stoffe können bislang verwendete fossile Rohstoffe ersetzen und sollen etwa bei der Herstellung von Textilien, Verpackungen, Kosmetik, Baustoffen und Reifen eingesetzt werden.
UPM sieht in der Anlage einen wichtigen Schritt, um erneuerbare Rohstoffe im industriellen Maßstab für die Chemieindustrie nutzbar zu machen. Die Abhängigkeit von importierten fossilen Rohstoffen könne dadurch verringert werden.
Investition von 1,37 Milliarden Euro
Nach Angaben von UPM wurden insgesamt 1,37 Milliarden Euro in die Bioraffinerie investiert. Die Anlage befindet sich noch im Hochlauf. Die Produktion von Zuckern und Spezialchemikalien aus Lignin laufe inzwischen stabil. Die volle Produktionskapazität soll 2027 erreicht werden.
UPM-Präsident und Vorstandschef Massimo Reynaudo bezeichnete das Werk als "wegweisende Investition". Mit der Anlage wolle UPM neue Märkte für erneuerbare Chemikalien erschließen.
Diese Nachricht wurde am 15.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





