
Der Direktor des Gymnasiums in Haldensleben, Marco Ladewig, sagte dem Deutschlandfunk, er fürchte, dass dann das Geschichtsbild der Partei Einzug in den Unterricht finde. Bedenken habe er auch für den Fall, dass die AfD das Bildungsministerium stelle. Es handle sich um ein Ministerium, das große Freiheiten habe zu agieren, weil vieles über das Schulgesetz und Verordnungen geregelt werde.
Der Schulleiter warnte davor, dass Lehrkräfte zunehmend Angst hätten, von Schülern denunziert zu werden. Er berichtete neben hitzigen Diskussionen im Unterricht auch von diskriminierendem Verhalten auf dem Schulhof - etwa gegen Kinder mit Behinderung - das mit dem Erstarken der rechtspopulistischen AfD in Zusammenhang stehe.
Die AfD hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Schulen umgestalten und Lehrpläne verändern zu wollen. Demnach soll zum Beispiel die Zeit des Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht weniger Beachtung finden. Außerdem plant die Partei, dass nur 25 Prozent eines Jahrgangs das Gymnasium besuchen dürfen. Inklusion sieht die Partei als "gescheitertes" Konzept an und will demnach Kinder mit Behinderung nur noch auf Förderschulen schicken.
Am sechsten September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In Umfragen liegt die AfD mit rund 41 Prozent deutlich vor der CDU. Sie strebt eine Alleinregierung an.
Diese Nachricht wurde am 06.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
