Niedrige Pegelstände
Bilger prüft mit Ländern weitere Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw

Angesichts der weiter niedrigen Pegelstände an deutschen Flüssen prüft Bundesverkehrsminister Bilger gemeinsam mit den Ländern weitere Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw. Nordrhein-Westfalen verlängerte die Regelung bereits um einen Monat. Die Wasserstände am Rhein sind derzeit niedriger als im Hochsommer.

    Niedrigwasser im Rhein bei Köln, Blick vom rechtsrheinischen Ufer über die Poller Wiesen, Richtung Norden auf die Südbrücke, die von LKWs überquert wird.
    Niedrigwasser im Rhein bei Köln (Imago / Jochen Tack )
    Bilger sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", die Ausnahmen seien jetzt nötig, um die Unternehmen durch diese außergewöhnliche Situation zu bringen. Gleichzeitig schaffe man zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene. Der CDU-Politiker betonte, langfristig müsse aber dafür gesorgt werden, dass die Wasserstraßen und die Schifffahrt besser mit solchen Niedrigwasserlagen umgehen könnten. Für die Binnenschifffahrt sind neben dem Rhein vor allem die Elbe, die Donau, der Main und die Mosel relevant.
    Die meisten Ausnahmeregelungen vom Sonntagsfahrverbot für Lastwagen sollten ursprünglich Ende September auslaufen. Die Landesregierung von Nordrhein-Westaflen verlängerte die Regelung um einen Monat. Auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland wird ein solcher Schritt erwogen. Berlin und Brandenburg wollen hingegen zu den normalen Vorgaben zurückkehren.

    Kaum Auswirkungen auf den Verkehr

    Die grundsätzliche Regelung sieht vor, dass Fahrzeuge mit einem Gewicht über 7,5 Tonnen an Sonn- und Feiertagen in der Zeit zwischen 0 und 22 Uhr nicht auf Autobahnen fahren dürfen. Ausnahmen gelten etwa für die Lebensmittelbranche.
    Die bisherigen Ausnahmen vom Fahrverbot hatten kaum Auswirkungen auf den Verkehr. Der ADAC und auch der Speditionsverband BGL sahen keine größeren Folgen, da die Fahrzeiten zwar flexibler seien, aber es weder zusätzliches Fahrpersonal noch verlängerte Lenkzeiten gebe.

    Rekord-Niedrigwasser belastet die Umwelt

    Der wichtige Pegel im rheinland-pfälzischen Kaub sank am Wochenende auf einen historischen Tiefstand. Damit ist der Rhein nach Auskunft des Instituts der Deutschen Wirtschaft "de facto zweigeteilt". In Köln wurde gestern ebenfalls ein Niedrigwasser-Rekord aufgestellt.
    Dies hat auch Auswirkungen auf die Umwelt. Nach Angaben des Umweltbundesamts stieg der Anteil gereinigten Abwassers am Gewässerabfluss teilweise erheblich. Dadurch stieg die Konzentration an Spurenstoffen wie Rückständen von Arzneimitteln oder Chemikalien. Das geringe Wasservolumen verringerte auch die Durchmischung des Wassers, was Sauerstoffmangel begünstigt. Auch die Trankwassergewinnung kann laut dem Umweltbundesamt negativ beeinflusst sein.
    Diese Nachricht wurde am 29.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.