12. August 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird der Gesetzentwurf für eine Reform der Nachrichtendienste.

    Je nach Perspektive wirkt die Wand aus Aluminium lichtundurchlässig oder transparent.
    Ein temporärer Mauer-Gedenkort am Brandenburger Tor wurde heute enthüllt. (picture alliance / epd-bild / Christian Ditsch)
    "Jahrzehntelang standen die Deutschen ihren Geheimdiensten misstrauisch gegenüber", notiert die SÜDWEST PRESSE aus Ulm.
    "Nach den Erfahrungen der Naziherrschaft war das auch nachvollziehbar. Die Befugnisse der Sicherheitsbehörden blieben daher weitgehend gestutzt. Das führte allerdings zum paradoxen Zustand, dass sie Gefahren für die deutsche Sicherheit oft gar nicht selbst erkennen konnten, weil ihnen die Möglichkeiten zur Aufklärung fehlten."
    Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN konstatieren:
    "Deutschland wird Geheimdienste erhalten, wie sie in anderen, durchaus demokratisch und rechtsstaatlich verfassten Ländern schon länger üblich sind. Wer das nicht möchte, der muss eine Erklärung liefern, wie sich die Bundesrepublik ansonsten eigenständig, ohne die Hilfe des nicht mehr so verlässlichen Partners USA, vor Extremismus und Terrorismus aus allen Richtungen schützen soll."
    "Gemessen an der Tragweite der Reform ist die politisch-gesellschaftliche Debatte erstaunlich ruhig", stellt die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg fest.
    "Wenn sich der Bundestag in den nächsten Monaten mit dem Gesetzespaket beschäftigt, sollte vor allem die Kontrolle im Vordergrund stehen. Wenn BND und Verfassungsschutz mit polizeilichen Mitteln gegen Bürger vorgehen dürfen, müssen sie auch ähnlich streng kontrolliert werden wie die Polizei."
    Morgen vor 65 Jahren ließ die DDR-Führung in Berlin eine Mauer bauen, die die Stadt für die folgenden 28 Jahre teilte.
    "In der Nacht zum 13. August 1961 ließ die SED-Führung die Grenze zu Westberlin abriegeln", erinnert die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder).
    "Am Anfang mit Uniformierten, Stacheldraht und Steinen, die Betonmauer kam später. Es war der letzte Akt der Trennung der Deutschen. Der Beton-Mauerbau schloss das Herunterlassen des Eisernen Vorhangs ab - zwischen Ost und West, zwischen sozialistischem und nichtsozialistischem Wirtschaftsgebiet, zwischen Demokratie und Diktatur des Proletariats. Es war in schönster Hässlichkeit alles klar geregelt. Es gab Gut und Böse, wenngleich die Definition jeweils gegenteilig ausfiel."
    Am 9. November 1989 fiel die Mauer, ein knappes Jahr später folgte die Wiedervereinigung. Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN analysieren:
    "Nach dieser langen Zeit scheint tatsächlich mancher den wahren Unrechtscharakter der DDR nicht mehr zu kennen. Wer die alte Hymne wiederbeleben will oder eine DDR 2.0 im heutigen Deutschland wähnt, sollte dringend die Geschichte studieren. Aber: Wäre es nicht Zeit, die ewige Mauer in den Köpfen endlich zu beseitigen – einschließlich politisch motivierter Ost-Klientelpolitik? Doch womöglich dauert es weniger lang, eine Diktatur zu errichten, als sie ganz abzuschütteln."