24. September 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Viele Kommentare befassen sich mit der erhöhten Konjunkturprognose der Wirtschaftsforschungsinstitute für das laufende Jahr.

    Das Bild zeigt eine Industrieanlage, über der zahlreiche Dampfwolken aufsteigen.
    Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sagen für das laufende Jahr ein stärkeres Wachstum vorher. (Archivbild) (Julian Stratenschulte / dpa)
    Die SÜDWEST-PRESSE aus Ulm ist skeptisch:
    "Die Wachstumskurve in den kommenden Jahren zeigt bereits wieder nach unten. Es ist ein Aufschwung auf wackeligen Beinen. Die Ökonomen sagen klar, was nötig ist, um die Wirtschaft dauerhaft zu stärken: günstigere Energie und sinkende Sozialversicherungsbeiträge."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG notiert:
    "Das Wachstum wird vor allem von den gestiegenen Ausgaben für Verteidigung getrieben. Die Wirtschaftsforscher korrigierten ihre Prognose zudem nach oben, weil die höheren Energiepreise weniger ins Gewicht fallen als angenommen. Und damit wäre man schon bei einem großen Unsicherheitsfaktor – die geopolitischen Risiken und Herausforderungen sind und bleiben einfach riesig."
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG bemerkt:
    "Das Ärgerliche an diesem Aufschwung ist, dass ihn niemand spürt. Die Stimmung der privaten Verbraucher ist gedrückt. Jeder Tag mit hohen Benzin- und Energiepreisen, mit neuen Nachrichten über höhere Sozialbeiträge oder Steuern und mit einer hohen Arbeitslosigkeit belastet das Konsumklima. Auch in den privaten Unternehmen hat die Stimmung sich bisher recht selektiv verbessert."
    Anders sieht es der KÖLNER STADT-ANZEIGER:
    "Schon kommen aus allen Ecken die Kritiker hervor, die das zarte Pflänzchen mit aller Vehemenz kaputtreden. Vom 'Scheinriesen Export' ist da die Rede, der den Aufschwung künstlich getrieben haben soll. Wo ist das Problem? Deutschland ist seit eh und je eine Exportnation. Sogar die Gutachter selbst mäkeln herum. Das böse Erwachen drohe 2028, wenn das Wachstum auf 0,4 Prozent fallen könnte, schreibt das Ifo-Institut. Bei allem Respekt vor den Ökonomen – bis 2028 fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter."
    Der Bundestag hat erneut über die sogenannte Widerspruchslösung bei der Organspende debattiert. DIE GLOCKE aus Oelde kommentiert:
    "Die Widerspruchslösung könnte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass sich jeder Bürger zumindest einmal mit dem Thema auseinandersetzt und für sich eine Entscheidung trifft. Ganz gleich, ob sich die Abgeordneten für eine Widerspruchslösung entscheiden oder auf ein erweitertes Modell der bisherigen Entscheidungsregelung setzen - sie müssen sich endlich auf einen Weg einigen, der die Organspenden signifikant erhöht."
    Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg bemängelt:
    "Es ist ein Skandal: Tausende Menschen warten auf ein Spenderorgan. Jeder sollte sich damit beschäftigen und eine klare Entscheidung treffen: Ja oder Nein. Deshalb ist die Widerspruchsregelung der falsche Weg. Sie macht aus Schweigen Zustimmung. Der bessere Weg ist unbequemer, aber ehrlicher: Der Staat sollte jeden regelmäßig zur Entscheidung auffordern und diese einfach dokumentieren."