Spioniageverdacht
Bundesinnenministerium prüft mögliche Geheimhaltungs-Verstöße von Ex-BND-Chef Hanning auch während dessen Zeit als Staatssekretär

Nach der Festnahme des ehemaligen BND-Präsidenten Hanning prüft das Bundesinnenministerium mögliche Verstöße gegen Geheimhaltungsvorschriften auch in dessen Zeit als Innenstaatssekretär.

    August Hanning, der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Jahr 2015. Er steht mit ernstem Blick in einem Flur.
    In Verdacht: Der ehemalige BND-Präsident August Hanning. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Mit der Untersuchung werde unverzüglich begonnen, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Näher äußerte sie sich nicht.
    Hanning war nach seinem Ausscheiden als BND-Präsident im Jahr 2005 in das Ministerium gewechselt. Gestern war er festgenommen worden und heute in Untersuchungshaft gekommen. Gegen ihn besteht unter anderem der Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit und des versuchten Landesverrats. Ein ehemaliger Mitarbeiter wird der Beihilfe verdächtigt. Er soll Hanning, der später als Sicherheitsberater tätig war, gegen Geld mit geheimen Unterlagen aus dem BND versorgt haben. Hannings Anwalt wies die Vorwürfe heute zurück: Zwar sei sein Mandant im Besitz vertraulicher Unterlagen gewesen, habe die Informationen aber nicht zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland weitergegeben.
    Diese Nachricht wurde am 07.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.