
"Der Branche hängt doch ohnehin der zweifelhafte Ruf an, steigende Zinsen kaum an die Sparer weiterzugeben, während sie bei Konditionen für Kredite und Baudarlehen nicht selten Wucher betreibt. Zwei Lehren können daraus gezogen werden: Die Politik muss eine verträgliche Obergrenze für den Dispozins ernsthaft diskutieren. Und der Kunde sollte sich über Abzocke nicht lange ärgern: Nibelungentreue zu einer teuren Bank lohnt sich nicht, der Wechsel zur günstigeren Konkurrenz schon."
Ganz anders sieht es die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG:
"So unverschämt die Dispozinsen mitunter sind: Eine Obergrenze, wie sie unter anderem die Verbraucherschutzminister fordern, hilft wenig. Für jemanden, der einmal in der Schuldenfalle steckt, ist es unerheblich, ob er 15, zwölf oder zehn Prozent Zinsen bezahlt. Besser wäre es, dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst so weit kommt. Deshalb ist die Forderung der Verbraucherzentralen berechtigt, auch für Dispokredite eine Bonitätsprüfung einzuführen. Denn wer wenig verdient, jedoch einen großzügigen Disporahmen in Anspruch nehmen kann, sitzt ganz schnell in der Patsche."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG blickt auf die IWF-Prognose für Russland, die ein Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent vorsieht.
"Das ist nicht viel für ein Schwellenland, aber doch bemerkenswert für einen Kriegsaggressor, den der Westen mit Sanktionen belegt hat, die zumindest auf dem Papier schwer wiegen. Die Beschränkungen sind bestimmt nicht wirkungslos. Doch der IWF lässt wenig Zweifel daran, dass das Land Wege gefunden hat, die Sanktionen zu umgehen. Russland verkauft sein Öl oberhalb der von den G-7-Ländern verkündeten Preisgrenze von 60 Dollar. Die Zeiten, in denen Russland gezwungen war, den Rohstoff mit Preisabschlägen in Indien und anderen Ländern loszuschlagen, sind offenbar vorbei."
Der TAGESSPIEGEL aus Berlin beleuchtet die finanziellen Motive der UEFA, die EM 2028 an Großbritannien und Irland zu vergeben:
"Es gibt kein anderes europäisches Land, in dem im Fußball auch nur annähernd so viel Geld fließt wie in England – und kein anderes, das der UEFA mehr einbringen würde. Es ist das Glück des europäischen Verbandes, dass der Meistbietende in Europa nicht mit Menschenrechtsfragen belastet ist. Wie dem auch sei, mit dem Zuschlag für England bei diversen Großveranstaltungen kann die UEFA nur gewinnen. In der verbandseigenen Kasse klingelt es und vom Gros der Fußballanhänger wird die Entscheidung auch goutiert."
