
DIE GLOCKE aus Oelde schreibt:
"Den Sozialpartnern muss an einem zügigen Abschluss gelegen sein. Bitte keine Streiks. Nicht endlos verhandeln. Ohnehin laufen diese Gesprächsrunden seit jeher nach dem stets gleichen Muster ab: Die einen fordern zu viel, die anderen bieten zu wenig. Am Ende einigt man sich irgendwo dazwischen. Beide Seiten sind zufrieden. Man möchte den Verhandlern daher zurufen: Einigt Euch rasch. Und mäßigt Euch. Vor allem beim Thema Geld. Fünf Prozent Lohnplus passen ebenso wenig in die Zeit wie eine Nullrunde. Die goldene Mitte wäre das richtige Maß - um Kaufkraftverluste der Arbeitnehmer auszugleichen, ohne den Betrieben die finanziellen Mittel für Zukunftsinvestitionen zu nehmen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG mahnt:
"Zur Wahrheit gehört, dass für die aktuelle Misere nicht nur chinesische Subventionen und amerikanische Zölle verantwortlich sind, sondern maßgeblichdeutsche Managementfehler. Jetzt alle Probleme mit Einsparungen auf dem Rücken der Belegschaft austragen zu wollen, ist dreist. Es ist aber nicht nur dreist, sondern auch sinnlos. Bei VW machen die Arbeitskosten laut IG Metall nur 15 Prozent der Gesamtkosten aus. Statt einen Kahlschlag bei Personal und Löhnen zu verlangen, sollten die Automanager die Gewerkschafter als Partner begreifen, um die Zukunft zu gestalten. Dazu gehört, bei Sanierungspaketen auf Zumutungen für die Arbeitnehmer zu verzichten. Wenn eine Firma viel verdient, sollten auch die Arbeitnehmer profitieren – nicht nur die Aktionäre."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG befindet:
"Erhebliche Teile der deutschen Industrie befinden sich in einer Abwärtsspirale, die ohne Schritte hin zu einer Senkung von Produktionskosten nicht zu durchbrechen ist. Da sich an hohen Energiepreisen, Klimaschutzanforderungen und Zöllen absehbar wenig ändert, sind andere Schritte nötig, damit Unternehmen wieder wettbewerbsfähiger werden, damit sich Produktion im Inland wieder besser rechnet und der Niedergang des Industriestandorts gestoppt werden kann. Die Regierung hätte es in der Hand, dem rasanten Anstieg der Lohnzusatzkosten Einhalt zu gebieten. Ob sie die Kraft dazu findet, steht aber schon wieder in den Sternen. Umso mehr läge es an den Tarifparteien - genauer: an der IG Metall -, zu einer Stabilisierung der Industrie und ihrer Arbeitsplätze im Inland beizutragen. Sonst liegt es an den Unternehmen, ihre Kosten unter anderem durch weiteren Personalabbau zu senken, vielleicht verbunden mit Produktionsverlagerung ins Ausland."
