
In der Begründung heißt es, Gündogan erhebe die Stimme gegen Hass, Ausgrenzung und Rassismus. Sein Werben für friedliches Zusammenleben sei gerade in heutiger Zeit von unschätzbarem Wert. Gündogan sagte bei der Verleihung, jeder habe eine Verantwortung für die Gesellschaft und müsse tun, was er könne, damit alle vernünftig zusammenleben könnten.
Gündogan spielt derzeit für den türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul. Eigentlich sollte er die Medaille bereits vor einem Jahr erhalten, die Ehrung musste er damals aufgrund eines kurzfristigen Vereinswechsels absagen.
Der 35-Jährige wurde in Gelsenkirchen geboren und absolvierte 82 Länderspiele für Deutschland. Bei der Europameisterschaft 2024 im eigenen Land führte er die DFB-Elf als Kapitän an, anschließend trat er aus der Nationalmannschaft zurück.
Die Mevlüde-Genç-Medaille wurde 2018 von der Landesregierung gestiftet. Die Auszeichnung erinnert an Mevlüde Genc, die bei einem rassistischen Brandanschlag in Solingen 1993 fünf Familienmitglieder verlor und sich danach dennoch für Versöhnung und friedliches Miteinander aussprach. Mit der Medaille wurden unter anderem die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer und der langjährige Kölner Pfarrer Franz Meurer ausgezeichnet.
Diese Nachricht wurde am 30.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
