Biologie
Extreme Hitze kann Entwicklung von Hummeln schädigen

Extreme Hitze kann laut einer Studie Hummeln in ihrer Entwicklung schädigen. Wenn die Zahl der Hummeln zurückgehe, habe das weitreichende Folgen für das Ökosystem, warnen Forscher der Universität Regensburg. Denn die Fluginsekten sind wichtige Bestäuber vieler Wild- und Nutzpflanzen.

    Eine dunkle Erdhummel sitzt auf einer Lavendelblüte.
    Erdhummel auf einer Lavendelblüte (imago / imagebroker / Michael Weber)
    Für die in der Fachzeitschrift "Communications Biology" veröffentlichte Studie hatten die Wissenschaftler um Christoph Kurze im Labor untersucht, welche Auswirkungen Hitzestress auf die Entwicklung der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) hat. Diese Art gehört dem Naturschutzbund Deutschland zufolge zu den häufigsten Hummeln hierzulande. Sie wird auch als Bestäuber im Obst- und Gemüseanbau eingesetzt. 

    Verkrüppelte Flügel und Antennen

    Das Forschungsteam zog Larven und Puppen im Labor auf, um Intensität und Dauer des Hitzestresses präzise kontrollieren zu können. Dabei stieg die Temperatur alle zwölf Stunden auf Höchstwerte an - tagsüber waren dies 38 Grad Celsius. Die Folgen: Bis zu 30 Prozent der Puppen starben ab. Zudem zeigten sich Entwicklungsschäden, die das Sterberisiko erwachsener Hummeln verdoppelten. Überdies wiesen die Hummeln vermehrt Deformationen wie verkrüppelte Flügel und Antennen auf.
    Die Hitze scheine den Gewebeumbau der Puppe massiv zu beeinträchtigen, folgerte Studienleiter Kurze. "Somit sind betroffene Hummeln neben einer verkürzten Lebenserwartung in extremen Fällen beispielsweise flugunfähig oder ihr Geruchssinn ist möglicherweise beeinträchtigt, was den Sammelerfolg oder das Erkennen von Nestgenossen mindert."
    Die Forscher gehen davon aus, dass extremer Hitzestress bei im Boden nistenden Arten wie den Erdhummeln in der Natur eher selten vorkommt. Doch oberirdisch nistende Arten wie die Ackerhummel und Hummelvölker, die für die Bestäubung in Gewächshäusern eingesetzt würden, könnten durchaus davon betroffen sein.
    Diese Nachricht wurde am 25.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.