ZEW-Studie
Feiertage kosten die Wirtschaft weniger als gedacht

Gesetzliche Feiertage kosten die Wirtschaft Geld, allerdings deutlich weniger als häufig angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, ZEW, in Mannheim.

    Kalenderblätter liegen lose übereinander.
    Die ökonomischen Folgen zusätzlicher arbeitsfreier Tage bleiben nach Einschätzung von Forschern begrenzt (Symbolbild). (picture alliance / M.i.S. / Bernd Feil)
    Laut einer Mitteilung des Instituts führt jeder gesetzliche Feiertag, auf das Gesamtjahr gerechnet, zu wirtschaftlichen Einbußen zwischen 0,06 und 0,28 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Der niedrigere Wert ergibt sich aus der Annahme, dass vor allem das verarbeitende Gewerbe betroffen ist, der höhere aus einer Übertragung der Effekte auf die gesamte Wirtschaft. Der tatsächliche Wert dürfte nach Einschätzung der Forscher dazwischen liegen.
    Nach Angaben der Forscher gleichen Unternehmen einen Teil der Produktionsausfälle aus, etwa durch Überstunden oder Anpassungen der Arbeitsabläufe. Im verarbeitenden Gewerbe werden in Monaten, in denen ein Feiertag auf einen Sonntag fällt und damit nicht zu einem zusätzlichen arbeitsfreien Tag führt, rund drei Prozent höhere Umsätze je Beschäftigtem erzielt. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden liegt dann um etwa 2,5 Prozent höher.
    Zugleich profitieren einzelne Branchen von Feiertagen. Das gilt laut der Studie beispielsweise für das Gastgewerbe. Studienautor Brüll betonte, Feiertage seien nicht kostenlos. Die ökonomischen Kosten blieben jedoch überschaubar und ließen Raum für gesellschaftliche Abwägungen.
    Die Untersuchung basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes aus den Jahren 2005 bis 2019. Die Forscher weisen zudem darauf hin, dass mögliche langfristige Vorteile von Feiertagen für Gesundheit, Wohlbefinden oder soziale Beziehungen nicht Gegenstand der Analyse waren.
    Diese Nachricht wurde am 28.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.