
Die Institute erklären in ihrer Gemeinschaftsprognose, die Erholung falle stärker aus als noch im Frühjahr erwartet. Damals habe die Prognose bei 0,6 Prozent gelegen. Im ersten Halbjahr habe sich die deutsche Wirtschaft deutlich kräftiger entwickelt als noch im Frühjahr vermutet. Vor allem die Exporte und die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe hätten überraschend stark zugelegt. Für das kommende Jahr rechnen die Institute mit einem Plus von 1,1 Prozent. Das "Handelsblatt" und die Nachrichtenagentur Reuters hatten bereits vor zwei Tagen über die neuen Zahlen berichtet.
Aufschwung "auf schmalem Fundament"
Konjunkturchef Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle betonte mit Blick auf die Prognosen, die Wirtschaft habe sich robuster entwickelt als erwartet. Holtemöller weiter: "Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten." Im laufenden Sommer-Quartal bremse zudem Niedrigwasser die Aktivität der Wirtschaft vorübergehend. "Das staatliche Defizit nimmt weiter zu, sodass sich ein wachsender Konsolidierungsbedarf aufstaut."
Ökonom Kooths: "Die Wachstumskräfte schwinden weiter"
Für 2028 rechnen die Fachleute noch mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. Der Ökonom Stefan Kooths vom Kieler Forschungsinstitut IfW sagte dazu, die aktuellen Probleme seien vor allem struktureller Art, deswegen müsse es Reformen geben. Kooths kritisierte, die Regierung dürfe nicht im Quartalsrhythmus Reformen beschließen und dann wieder aufschnüren. Denn dies führe zur Zurückhaltung von Investoren und sorge für fehlende Impulse von privaten Investitionen.
Veröffentlicht wurde auch der Ifo-Geschäftsklimaindex. Demnach verbesserte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im September trotz hoher Energiepreise. Der Index kletterte um 1,1 Punkte auf 89,9 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut mitteilte. Es ist der höchste Stand seit Mai 2023.
Diese Nachricht wurde am 24.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
