Auszeichnung
Friedensnobelpreisträgerin Pilly warnt: Völkerrecht unter Druck

Der Friedensnobelpreis geht an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay.

    Die südafrikanische Juristin- Navanethem Pillay spricht in einem Interview.
    Die südafrikanische Juristin- Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis. (picture alliance / KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI)
    Die 85-Jährige werde für ihren Einsatz für das Völkerrecht und ihr Engagement gegen Kriegsverbrechen und Genozid ausgezeichnet, erklärte das zuständige Komitee in Oslo. Sie war mehrere Jahre Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Pillay, die sich derzeit in Deutschland aufhält, widmete die Auszeichnung den Überlebenden internationaler Verbrechen und den Verteidigern des Völkerrechts. Deren Mitgefühl und Mut sorgten dafür, dass Straflosigkeit nicht hingenommen werde, sagte sie in Nürnberg.
    Die Bundesregierung gratulierte ihr zum Friedensnobelpreis. Israel übte indes scharfe Kritik. Pillays Wahl legitimiere "anti-israelischen Hass", teilte das Außenministerium mit. Mit Blick auf den Propagandaminister der Nationalsozialisten hieß es weiter - Zitat -, Joseph Goebbels applaudiere aus der Hölle. Pillay hatte unter anderem eine von der UNO eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission geleitet, die Israel im vergangenen Jahr Völkermord im Gazastreifen vorwarf.
    Diese Nachricht wurde am 09.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.