Navi Pillay
Friedensnobelpreisträgerin schockiert von neuen US-Sanktionen gegen Strafgerichtshof - Trump nennt Preisvergabe "schändlich"

Die neue Friedensnobelpreisträgerin Navanethem Pillay hat sich schockiert über die gestern verschärften US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag geäußert. Besonders schlimm sei, dass Richter wegen ihrer gerichtlichen Anordnungen sanktioniert würden, sagte Pillay im ARD-Fernsehen. 

    Navanethem Pillay steht gestikulierend vor dem Emblem der UNO
    Die Juristin Navanethem Pillay erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. (AFP / Fabrice Coffrini)
    Sie blicke dennoch zuversichtlich auf die Zukunft des Gerichts. Es genieße große Unterstützung, etwa von Staaten in Europa und Afrika. Pillay war von 2003 bis 2008 selbst Richterin in Den Haag. Washington hatte gestern neue Sanktionen bekannt gegeben. Außenminister Rubio hatte erklärt, entweder stelle der Gerichtshof sein Vorgehen gegen die USA ein oder man werde dafür sorgen, dass er nicht länger existiere. Die USA sind kein Vertragsstaat und kritisieren schon lange, dass auch Amerikaner und Israelis wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen verfolgt werden.
    Präsident Trump bezeichnete die Entscheidung des Nobelkomitees für Pillay als "schändlich und blamabel". Auch aus Israel kam scharfe Kritik. Pillay hatte unter anderem eine von der UNO eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission geleitet, die Israel Völkermord im Gazastreifen vorwarf.
    Diese Nachricht wurde am 10.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.