Nach Berliner Abgeordnetenhauswahl
Früherer SPD-Bürgermeister Wowereit kritisiert Enteignungspläne und Umgang mit Antisemitismus

Der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Wowereit, sieht nach dem Wahlsieg der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl große Herausforderungen bei der Bildung einer neuen Landesregierung.

    Wowereit spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung der Berliner SPD (Archivbild).
    Klaus Wowereit (SPD), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
    Der SPD-Politiker sagte im Deutschlandfunk , nun müsse man sehen, ob eine von der Linken geführte Koalition mit SPD und Grünen tragfähig sein könne. Das sei noch längst nicht entschieden. Die Vorstellungen der Linken ließen sich so nicht umsetzen. Wowereit verwies auf die Enteignungspläne sowie den Umgang mit Antisemitismus. Zu letzterem betonte der SPD-Politiker, hier sei eine klare Abgrenzung nötig. Er habe den Eindruck, dass die Linken-Spitzenkandidatin Eralp dazu bereit sei. Die Frage sei, ob sie mehrheitsfähig sei in ihrer eigenen Partei. Das Existenzrecht Israels stehe für die SPD nicht zur Debatte.
    Wowereit stellte klar, die SPD werde nicht einfach so in eine Koalition hineingehen. Sie werde Bedingungen stellen. Ganz wichtig sei, dass man die Grundsätze festlege. Da müsse sich die Linkspartei bewegen. Der SPD-Politiker fügte hinzu, Alternativen gebe es.
    Die Linke hatte nach ihrem Wahlsieg gestern angekündigt, Gespräche mit SPD und Grünen aufzunehmen. Rechnerisch möglich wäre auch ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen. Wowereit unterstrich, es hänge auch vom Standpunkt der Grünen ab, ob diese Option am Ende machbar sei.
    Diese Nachricht wurde am 22.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.