
Eröffnet wird die Generaldebatte von Brasilien. Im Anschluss wird Donald Trump als amtierender US-Präsident eine Rede halten. Weitere Redner sind unter anderem UNO-Generalsekretär Guterres sowie der französische Präsident Macron. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj wird in New York erwartet. Er will am Rande der Generaldebatte mit Trump über den Krieg gegen Russland sprechen. Trotz der Feindschaft zu Teheran haben die USA der iranischen Delegation zumindest teilweise Visa erteilt. Irans Präsident Peseschkian will sich am Mittwoch an die Staats- und Regierungschefs richten.
Merz wird von Wadephul vertreten
Die deutsche Delegation wird von Außenminister Wadephul angeführt. Bundeskanzler Merz hatte seine geplante Reise nach New York in der vergangenen Woche aufgrund der innenpolitischen Entwicklungen rund um die Landtagswahlen abgesagt. Anstelle von Merz wird Wadephul am Samstag sprechen. Es ist das zweite Mal in Folge, dass Merz sich bei der Vollversammlung von Wadephul vertreten lässt. Vor seiner Abreise sagte der Außenminister, bei den Beratungen dürfe es nicht nur um eine Bestandsaufnahme der Krisen gehen. Es müsse auch darum gehen, nach Möglichkeiten für deren Lösung zu suchen. Die UNO müsse bei den aktuellen Konflikten Verantwortung übernehmen und brauche dafür Reformen.
UNO steht finanziell und politisch unter Druck
Die Generaldebatte findet vor dem Hintergrund einer schwierigen Lage der Vereinten Nationen statt. Die Weltorganisation steht vor finanziellen und politischen Problemen. Die USA halten Teile ihrer Pflichtbeiträge für die UNO zurück. Die Regierung von US-Präsident Trump begründete dies mit ihrer Forderung nach Reformen der Weltorganisation. Inzwischen überwies Washington 725 Millionen Dollar für den regulären UNO-Haushalt dieses Jahres. Damit haben die USA vorerst die Gefahr abgewendet, wegen zu hoher Beitragsrückstände im Jahr 2027 ihr Stimmrecht in der Vollversammlung zu verlieren. Eine grundlegende Lösung der finanziellen und politischen Probleme der Weltorganisation ist damit allerdings nicht erreicht.
Der Konfliktforscher Richard Gowan von der Denkfabrik "International Crisis Group" spricht von einer anhaltenden Krise. Die UNO sei nicht mehr "im freien Fall", befinde sich aber "auf absehbare Zeit auf einer Unfallstation". Der frühere stellvertretende UNO-Generalsekretär Mark Malloch-Brown erklärte, die Welt vertraue den Vereinten Nationen weiterhin, wünsche sich aber Veränderungen.
Diskussion über Regeln für Künstliche Intelligenz
Die Risiken der Künstlichen Intelligenz und ihre Regulierung sind bei der UNO ebenfalls Thema, nachdem mögliche Bedrohungen für die Menschheit weltweit Schlagzeilen gemacht haben. Neben der Vollversammlung wird das Thema eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats angesetzt. China gilt nach den USA ebenfalls als "KI-Großmacht". Der chinesische Präsident Xi bleibt der Generaldebatte allerdings fern. Stattdessen wird er am Donnerstag zu einem Staatsbesuch bei Trump in Washington erwartet.
Deutschland und zahlreiche weitere Staaten unterstützen eine Erklärung für strengere internationale Regeln. Gefordert werden unter anderem Sicherheitsprüfungen, unabhängige Kontrollen und eine menschliche Aufsicht über besonders leistungsfähige KI-Systeme. Vorgesehen ist außerdem eine internationale Institution, die gemeinsame Standards entwickeln und deren Einhaltung überprüfen soll. Zu den insgesamt 22 Unterzeichnern der Erklärung gehören neben Bundeskanzler Merz unter anderem die Staats- und Regierungschefs von Australien, Dänemark, Kanada sowie EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen. Die USA, China, Großbritannien, Frankreich, Japan und Indien haben die Erklärung bisher nicht unterzeichnet.
Diese Nachricht wurde am 22.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






