Friedensnobelpreisträgerin
Israel kritisiert Entscheidung für Pillay: "Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle"

Israel hat die Entscheidung für die Vergabe des Friedensnobelpreises an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay scharf kritisiert.

    Nobelpreis-Medaille liegt auf einer Hand in einem weißen Handschuh
    Die Verleihung des Friedensnobelpreis an die Juristin Navanethem Pillay stößt in Israel auf Unverständnis. (picture alliance / dpa / Marc Müller)
    Die Wahl legitimiere "anti-israelischen Hass", erklärte das Außenministerium. Mit Blick auf den Propagandaminister der Nationalsozialisten hieß es weiter - Zitat: "Joseph Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle". Pillay hatte unter anderem eine von der UNO eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission geleitet, die Israel im vergangenen Jahr Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Das Nobelkomitee habe mit seiner Entscheidung für Pillay "die größte Lüge des 21. Jahrhunderts belohnt", führte das israelische Außenministerium aus. Die Bundesregierung gratulierte Pillay zum Friedensnobelpreis.
    Das Nobelkomitee in Oslo hatte der 85-Jährigen heute Vormittag den Friedensnobelpreis zuerkannt. Pillay werde für ihren Einsatz für das Völkerrecht und ihr Engagement gegen Kriegsverbrechen und Genozid ausgezeichnet. Pillay war mehrere Jahre Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und amtierte auch als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte.
    Diese Nachricht wurde am 09.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.