
Klingbeil führte aus, er halte es für wichtig, Klarheit über die personelle Aufstellung und auch Klarheit über den programmatischen Kurs der SPD zu haben. An der Doppelspitze soll den Angaben zufolge festgehalten werden. Klingbeil teilte nicht mit, ob er selbst noch einmal antritt.
Er kritisierte zudem die öffentlichen Angriffe auf die zurückgetretene Ko-Vorsitzende Bas. Die Attacken seien in Zeiten von persönlichem Leid und Trauer geschehen. Das sei unanständig, und niemand im Land sollte das ertragen müssen. Bas habe deutlich gemacht, dass Grenzen erreicht seien. Man brauche eine Kultur des Streits, aber auch eine Kultur des Respekts voreinander. Er habe Sorge, dass die Politik auch immer mehr Menschen verliere, die feinfühlig und empathisch seien.
Schwesig äußert sich nicht zu möglicher Kandidatur
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig wich der Frage nach einer möglichen Kandidatur für den Parteivorsitz aus. Die SPD-Politikerin sagte, die Partei habe einen Vorsitzenden, Stellvertreter und sei handlungsfähig. Ihre volle Konzentration gelte aktuell den Koalitionsgesprächen in ihrem Bundesland. In Schwerin wollen SPD, Linke und Grüne eine rot-rot-grüne Landesregierung bilden.
Schwesig ergänzte, sie sei zur Wahl mit dem Ziel angetreten, "weiter im Land zu bleiben, hier Ministerpräsidentin zu bleiben". Der SPD-Vorsitz und das Ministerpräsidentenamt schließen sich allerdings nicht aus – so hat Kurt Beck von 2006 bis 2008 die Sozialdemokraten angeführt und war zeitgleich Regierungschef in Rheinland-Pfalz.
Schwesig erneuerte dabei auf der Pressekonferenz ihre Kritik an der CDU beim Umgang mit Bärbel Bas. "Ich fand die letzten Tage unterirdisch", sagte sie. Der Kanzler und führende Unionspolitiker hätten um die schwere private Situation der SPD-Vorsitzenden nach dem Tod ihrer Stieftochter gewusst und trotzdem Angriffe gestartet. Den Rücktritt von Bas bezeichnete sie als schweren Verlust.
Bas hatte ihren Rückzug am Morgen bekanntgegeben und mit dem Tod ihrer Stieftochter begründet. Zudem warf sie dem Koalitionspartner öffentliche Angriffe vor. Den Posten des Arbeitsministers soll der rheinland-pfälzische SPD-Fraktionschef Schweitzer übernehmen.
Diese Nachricht wurde am 12.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





