Migrationspolitik
Kritik an Stadt Köln wegen nicht erfolgter Abschiebungen

Im Fall mutmaßlich verhinderter Abschiebungen wächst der Druck auf die Stadt Köln. Der Obmann der Unions-Fraktion im Innenausschuss, Seif, sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", es gehe um die Frage, ob eine Ausländerbehörde bei vollziehbar ausreisepflichtigen Personen systematisch die Rückführung verhindere. FDP-Chef Kubicki sprach von einem bundesweiten Phänomen.

    Blick auf den Kölner Dom und die Skyline der Stadt
    Die Stadt Köln ist wegen mutmaßlich verhinderter Abschiebungen in der Kritik. (picture alliance / dpa / Christoph Reichwein)
    Länder und Kommunen maßten sich an, eine eigene Migrationspolitik zu betreiben. Dadurch habe sich eine "völlig inakzeptable, verfassungswidrige Verwaltungspraxis breitgemacht", fügte Kubicki hinzu. Köln treibe diese Entwicklung auf die Spitze. Laut Recherchen des "Kölner Stadt-Anzeigers" hatte eine Zentrale Ausländerbehörde im Auftrag des NRW-Fluchtministeriums den Kölner Kollegen 2024 angeboten, für rund 500 ausreisepflichtige Personen aus Westbalkanstaaten die notwendigen EU-Reisedokumente zu beschaffen. Die Stadtverwaltung habe dies jedoch abgelehnt.
    Die Debatte wird dem Bericht zufolge auch deshalb brisant, weil bei einem Konflikt zwischen zwei Großfamilien im Kölner Stadtteil Mülheim am vergangenen Montag vier Menschen durch Schüsse und Stiche verletzt wurden. Angehörige einer der beteiligten Familien sollen zu den besagten ausreisepflichtigen Personen gehören.
    Diese Nachricht wurde am 10.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.