
Für eine Mehrheit werden 61 Sitze benötigt. Stark zugelegt haben die arabischen Parteien. Sie kommen nach aktuellen Zwischenständen auf zusammen 19 Sitze. Bisher verfügten sie gemeinsam über lediglich zehn Mandate. Eisenkot wäre für eine Mehrheit voraussichtlich auf die Unterstützung arabischer Parteien angewiesen. Mehrere Oppositionsparteien lehnen eine solche Zusammenarbeit jedoch ab. Netanjahu wiederum wirbt für eine starke rechtsgerichtete Regierung ohne Beteiligung arabischer Parteien.
Netanjahu und Eisenkot beanspruchen beide Regierungsauftrag
Beide Politiker beanspruchten nach der Wahl den Auftrag zur Regierungsbildung jeweils für sich. Eisenkot kündigte umgehend einen Anlauf zur Bildung einer Regierung an. Die israelische Bevölkerung habe für einen Wandel und gegen Netanjahu gestimmt. Später erklärte Netanjahu, Likud sei die "größte Partei Israels" und das rechte Lager habe "innerhalb der jüdischen Bevölkerung" eine klare Mehrheit.
Wolffsohn: "Opposition ist mit ihrer Strategie gescheitert"
Nach Ansicht des Historikers Wolffsohn ist die Opposition mit ihrer Strategie, vor allem gegen Netanjahu zu mobilisieren, nicht erfolgreich gewesen.
Wolffsohn sagte im Deutschlandfunk, vor allem die Oppositionspolitiker seien nun gefordert
, strategisch darüber nachzudenken, wie sich die innenpolitische Blockade in Israel auflösen lasse.
Hohe Wahlbeteiligung
Endgültige Auszählungsergebnisse werden erst Ende der Woche erwartet. Es war die erste Parlamentswahl in Israel seit dem Überfall der militant-islamistischen Hamas vom 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gazakrieg. Die Sperrklausel liegt bei 3,25 Prozent. Insgesamt traten 37 Listen an. Die Beteiligung an der Parlamentswahl war mit 74 Prozent sehr hoch - der höchste Wert seit Jahrzehnten.
Größere Unregelmäßigkeiten wurden nicht gemeldet. Die Partei Jaschar reichte allerdings Beschwerde über mehrere Wahllokale ein, in denen Stimmzettel gefehlt haben oder beschädigt gewesen sein sollen. Zudem wurden im Süden des Landes drei Menschen wegen des Verdachts auf versuchten Wahlbetrug festgenommen. Nach Angaben der Behörden handelt es sich jedoch nicht um eine koordinierte Aktion.
Diese Nachricht wurde am 28.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








