
Laut der britischen "Times" erhielt Infantino habe neben seinem FIFA-Gehalt von mehr als vier Millionen Schweizer Franken weitere 1,72 Millionen US-Dollar von der US-Gesellschaft, die für die Organisation der Fußball-WM 2026 zuständig ist. Nach Angaben der "Times" wird der Betrag in einer öffentlich zugänglichen US-Steuererklärung aufgeführt. Im FIFA-Jahresbericht 2024 wird die Zahlung dagegen nicht erwähnt. Die Statuten des Weltverbandes schreiben aber eigentlich vor, die Vergütungen von Präsident, Generalsekretär und Ratsmitgliedern offenzulegen.
FIFA weist Verstoß gegen Statuten zurück
Dem Bericht zufolge wurden zudem mehr als eine halbe Million Dollar als weitere meldepflichtige Vergütung verbucht. Mit den Zahlungen sei unter anderem die Miete einer Villa in Miami Beach finanziert worden. Für 2025 und 2026 seien nach Angaben der Zeitung ähnliche Beträge geflossen. Die FIFA weist einen Verstoß gegen ihre Statuten zurück und betont, alle Meldepflichten zu erfüllen. Der frühere Vorsitzende des FIFA-Governance-Komitees, Miguel Maduro, fordert dagegen eine unabhängige Untersuchung.
Kritik an Büro im Trump Tower
Weitere Kritik gibt es wegen eines FIFA-Büros im New Yorker Trump Tower. Nach Recherchen von ”Le Monde” und ”The New York Times” zahlt der Weltverband für einen Zeitraum von sieben Jahren knapp vier Millionen US-Dollar Miete. Die Räume stehen aber den Berichten zufolge meist leer und werden vor allem für Treffen und Veranstaltungen während der UNO-Generalversammlung genutzt. Intern habe es Bedenken gegen die Anmietung gegeben, unter anderem wegen der Nähe zu US-Präsident Trump und weil die FIFA bereits Standorte in Miami unterhalte, heißt es. Die FIFA erklärte dagegen, die Miete entspreche dem Marktpreis. Der Vertrag sei nach den üblichen internen Verfahren zustande gekommen.
Infantino will sich im März 2027 im marokkanischen Rabat für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident wählen lassen. Die Europäische Fußball-Union UEFA sucht derzeit nach einem Gegenkandidaten und will bis November einen Bewerber benennen. Die europäischen Verbände dringen zugleich auf Reformen des Weltverbandes. Am Donnerstag kommt der FIFA-Rat in der FIFA-Zentrale in Zürich zu seiner ersten Sitzung seit Ende April zusammen.
Diese Nachricht wurde am 13.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
