USA
Nach gescheiterter Hinrichtung in Tennessee - Anwälte und Menschenrechtler üben scharfe Kritik an den Behörden

Nach der gescheiterten Hinrichtung einer verurteilten Mörderin im US-Bundesstaat Tennessee wächst die Kritik an den Behörden. Ein Sprecher der gemeinnützigen Organisation "Death Penalty Information Center" sagte, der Vorfall sei das Schlimmste, was man je gesehen habe.

    Medienvertreter, die als Zeugen anwesend waren, schildern die Momente, bevor die Hinrichtung von Christa Pike in Nashville, Tennessee, gestoppt wurde.
    Tennessee setzt alle Hinrichtungen vorerst aus. (picture alliance / AP Photo / George Walker IV)
    Er unterscheide sich von jeder anderen fehlgeschlagenen Hinrichtung der modernen Zeit. Die Anwälte der 50-jährigen Christa Pike warfen den Behörden vor, im Vorfeld der Hinrichtung vorgebrachte medizinische Bedenken nicht ernst genommen zu haben.
    Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Türk, teilte mit, das verlängerte physische und mentale Leiden der Frau sei entsetzlich und grausam. Der aktuelle Fall mache deutlich, warum die Todesstrafe generell abgeschafft werden sollte.
    Die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, Duchrow, meinte, der Fall zeige, dass es keine humane Hinrichtungsmethode gebe.

    Christa Pike lebte nach zwei Giftspritzen noch

    Trotz zweier Giftspritzen hatte die Frau überlebtund wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben ihres Anwalts ist sie am Leben, aber in kritischem Zustand. Der Gouverneur von Tennessee hat als Reaktion die für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen ausgesetzt und eine unabhängige Untersuchung angeordnet.
    Christa Pike war 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. Ihre Anwälte forderten eine Begnadigung, weil sie als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen litt.
    Diese Nachricht wurde am 01.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.