Bildungsstudie
OECD beklagt Lehrermangel in Deutschland

Das deutsche Bildungssystem zeigt laut einer internationalen Vergleichsstudie der OECD Fortschritte, aber auch Schwächen. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Untersuchung auf den Lehrkräftemangel, der demnach in vielen Ländern - auch in Deutschland - ein Problem ist.

    Eine Szene aus einem Klassenraum. Ein Lehrer steht vor einer Tafel und hält ein Buch in den Händen. Vor ihm sind Schüler. Eine Hand, die sich meldet, ist im Vordergrund.
    Eine OECD-Studie beklagt Lehrermangel in Deutschland. (imago / photothek / Thomas Imo)
    Die OECD bemängelt etwa für Deutschland hohe Ausfallzeiten an Schulen und ein relativ altes Kollegium. Laut der Studie "Bildung auf einen Blick 2026" besuchen 55 Prozent der Schüler in Deutschland Schulen, deren Leitungen angeben, dass die Abwesenheit von Lehrkräften das Lernen beeinträchtige. Das ist der zweithöchste Wert unter allen OECD-Ländern und mehr als doppelt so viel wie der OECD-Durchschnitt mit 27 Prozent. Mit 18,6 Prozent verfügte zudem ein hoher Anteil der Lehrkräfte in Deutschland (noch) nicht über einen Abschluss. Der Bildungsexperte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Schleicher, fordert ein Umdenken bei der Ausbildung und Arbeit von Lehrkräften in Deutschland.

    Ausgaben für berufliche Bildung hoch

    Der Studie zufolge zahlen Staat und private Träger in Deutschland jährlich pro Kind, Schüler und Student umgerechnet rund 14.500 Euro und damit mehr als der OECD-Durchschnitt. Gemessen an der Wirtschaftsleistung sind die Bildungsausgaben aber vergleichsweise niedrig. Stark aufgestellt sieht der Bericht Deutschland bei der beruflichen Bildung, hier würden erhebliche Mittel investiert.
    Die jetzige OECD-Studie beleuchtet nicht Testergebnisse, sondern die Rahmenbedingungen für Bildung. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat 38 Mitgliedstaaten.
    Diese Nachricht wurde am 30.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.