Tempelhof als Ausweichstätte?
Sanierung der Berliner Philharmonie: Studie rechnet mit Kosten von über einer Milliarde Euro

Die Kosten für die Sanierung der Berliner Philharmonie sowie eine Ausweichstätte könnten mehr als eine Milliarde Euro betragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Orchester beauftragte Machbarkeitsstudie.

    Blick auf die Berliner Philharmonie. Ein großes beleuchtetes Gebäude mit gelbem geschwungenen Dach.
    Die Philharmonie von Architekt Hans Scharoun wurde 1963 eröffnet. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
    Die Philharmonie soll voraussichtlich ab 2032 saniert werden und könnte dann bis 2040 geschlossen bleiben. Das Orchester bräuchte also für mehrere Jahre eine Ausweichspielstätte. Laut Studie würde sich der frühere Flughafen Tempelhof eignen. Dafür sind rund 350 Millionen Euro veranschlagt.
    Für die Sanierung der Philharmonie rechnen die Autoren der Studie mit Kosten von rund 800 Millionen Euro. Die Gesamtkosten werden daher mit etwa 1,15 Milliarden Euro angesetzt.

    Seit 1963 keine Instandsetzung

    Die Philharmonie von Architekt Hans Scharoun wurde 1963 eröffnet, seither gab es keine grundsätzliche Instandsetzung. Probleme gibt es etwa beim Brandschutz. Klimatechnik und Kabelanlagen sind veraltet, auch die Sanitäranlagen laufen wegen verstopfter Rohre mitunter über. Der tägliche Veranstaltungsbetrieb könne ab spätestens 2032/2033 nicht mehr störungsfrei gewährleistet werden, teilte das Orchester mit.

    Finanzierung offen

    Im Investitionshaushalt des Landes Berlin seien 350 Millionen Euro für die Sanierung vorgesehen, erklärte Intendantin Andrea Zietzschmann. Zudem hat der Bund über den Hauptstadtfinanzierungsvertrag bis zu 225 Millionen Euro zugesagt. Damit sei ein "sehr guter Anfang gemacht". Sie wünsche sich nun eine schnelle Entscheidung der nächsten Berliner Landesregierung.
    Als Ausweichspielstätte für das Orchester sind auch andere Varianten im Gespräch, etwa das frühere Kongresszentrum ICC oder ein Neubau auf einer Freifläche.
    Diese Nachricht wurde am 30.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.