
Die Schülerinnen und Schüler planen unter anderem in Paris einen Demonstrationszug zum Amtssitz von Premierminister Lecornu, dem Hôtel Matignon. Dem Aktionstag wollen sich auch Lehrer anschließen. Ihre Gewerkschaften riefen dazu auf, die Arbeit niederzulegen und mitzuprotestieren.
Gegen Lehrermangel und marode Schulgebäude
Die seit mehreren Wochen andauernden Demonstrationen richten sich gegen Lehrermangel, Unterrichtslängen und Ausstattung der Oberschulen in Frankreich. Die Proteste waren auch gestern wieder von Gewalt überschattet. Acht Schulmitarbeiter wurden verletzt, unter anderem durch Feuerwerkskörper.
Regierung versucht zu beschwichtigen
Während die Regierung die Proteste zunächst zu unterbinden versuchte, ist sie mittlerweile bemüht, die wütenden Schülerinnen und Schüler zu beschwichtigen. Frankreichs Premier Sébastien Lecornu schaltete sich ein und versprach bessere Lernbedingungen. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte an, dass 3.000 Vertretungslehrkräfte zügig an die Schulen kommen sollten. Den Demonstranten reicht das nicht. Doch die Regierung steht wegen der hohen Verschuldung und dem Sparzwang finanziell unter Druck.
"Zwei Lesarten der Proteste"
ARD-Hörfunkkorrespondentin Julia Boretta
berichtete im Deutschlandfunk
, die Proteste wirkten wie ein "Katalysator für den unerbittlich geführten Präsidentschaftswahlkampf". Zwei Lesarten der Blockaden und Demonstrationen prallten aufeinander: Links der politischen Mitte gebe es Applaus für eine Jugend, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nehme. Rechts von der Mitte bekämen dagegen nicht die Schüler, sondern die Polizisten großen Applaus - dafür, dass sie hart durchgriffen.
Schulproteste in Frankreich - Vorgeschmack auf die Präsidentschaftswahl 2027?
Diese Nachricht wurde am 13.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
