DDR-Geschichte
Streit im Leipziger Stasi-Museum: Langjähriger Gedenkstättenleiter Hollitzer entlassen

Das Bürgerkomitee Leipzig hat den langjährigen Leiter der Gedenkstätte Museum in der "Runde Ecke", Tobias Hollitzer, entlassen.

    Leiter Tobias Hollitzer steht in der ehemaligen Bezirksverwaltung der Staatssicherheit Leipzig vor einer Informationstafel am Dittrichring, die sogenannte Runde Ecke, ein Gedenkstätte Museum.
    Der langjährige Leiter der Gedenkstätte Museum in der "Runde Ecke", Tobias Hollitzer, wurde entlassen. (picture alliance/ZB/Volkmar Heinz)
    Das Haus dokumentiert Verbrechen der Staatssicherheit in der DDR. Hollitzer stand immer wieder in der Kritik wegen der Dauerausstellung. Experten und Geldgeber halten die teilweise noch originale Präsentation aus den 1990er Jahren für nicht mehr zeitgemäß. Zuletzt fuhren die Stadt und die Stiftung Sächsische Gedenkstätten Fördermittel zurück. Im April war Hollitzer bereits aus dem Vorstand des Bürgerkomitees und als Geschäftsführer ausgeschieden. Der 60-jährige DDR-Bürgerrechtler hatte die Leitung der Gedenkstätte 2008 übernommen. Das Bürgerkomitee ist Träger der Gedenkstätte, die in der ehemaligen Leipziger Stasi-Bezirksverwaltung untergebracht ist.
    Zu den Details der Kündigung wollte sich der Vorstand nicht öffentlich äußern. Hollitzer signalisierte, gegen die Kündigung juristisch vorzugehen.
    Der Vorstandsvorsitzende Ulbricht sagte dem Evangelischen Pressedienst, dass der Gedenkstättenbetrieb gesichert sei. Koordinierende Aufgaben übernehme kommissarisch der Vorstand. Besucherbetrieb und Veranstaltungen würden vom Bürgerkomitee übernommen.
    Diese Nachricht wurde am 30.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.