
Für den "Religionsmonitor" wurden nach Angaben der Stiftung im März rund 5.000 Erwachsene online durch das Infas-Institut befragt. Die Untersuchung gilt daher als repräsentativ. Die Befragung wird alle drei Jahre durchgeführt. Die Bertelsmann-Stiftung ermittelt dabei eine Index von 0 bis 100 aus den Antworten zu sozialen Kontakten, Vertrauen, Zugehörigkeit, Engagement und weiteren Faktoren.
Bei der diesjährigen Befragung lag der Gesamtindex bei 51 Punkten. 2023 lag der Wert bei 47 Punkten, in den Befragungsjahren davor jedoch bei rund 55.
Laut der Bertelsmann Stiftung empfinden religiösere Menschen eine etwas größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt als nicht-religiöse. Die Mitautorin der Studie, Yasemin El-Menouar, erklärte, Religion könne soziale Beziehungen festigen, Hilfsbereitschaft fördern und Menschen zum Engagement motivieren.
Stabile Beziehungen und Verantwortungsbereitschaft
Ein genauerer Blick auf einzelne Bereiche zeigt: Viele Menschen verfügen über stabile soziale Beziehungen und sind bereit, Verantwortung für andere und das Gemeinwohl zu übernehmen. Noch dürftiger (25 Punkte) sieht es demnach beim Gerechtigkeitsempfinden aus - hier sei der niedrigste Wert seit Beginn der Untersuchungen 2017 gemessen worden, schilderte die Stiftung.
Die Bertelsmann Stiftung nahm aus den Ergebnissen die Erkenntnis mit, dass Politik und Verwaltung ihre Entscheidungen besser erklären müssten und soziale Orte wie Nachbarschaftszentren oder auch Sportvereine dauerhaft gesichert werden müssten.
Diese Nachricht wurde am 30.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
