
Staatsmedien in Teheran berichteten, dass die iranische Seite bei den Gesprächen Bedingungen für die Wiederöffnung der Straße von Hormus gestellt habe. Demnach zählten dazu die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die USA, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und die Beendigung des Krieges an allen Fronten. Direkte Gespräche zwischen den Konfliktparteien fanden zuletzt im Juni in der Schweiz statt.
Trump verteidigt Vorgehen gegen Iran
In seiner Rede bezeichnete Trump den Iran als "Hauptsponsor des Terrors weltweit". Die Angriffe der Vereinigten Staaten hätten verhindert, dass die iranische Führung eine Atombombe herstelle. Nun müsse die Weltgemeinschaft den Druck aufrechterhalten, bis Teheran seine Angriffe auf die Handelsschifffahrt einstelle, seine nuklearen Ambitionen aufgebe und die Unterstützung terroristischer Gruppen beende. Mit Blick auf ein mögliches Abkommen erklärte Trump, zunächst sollten die anstehenden US-Zwischenwahlen abgewartet werden. Danach könne seiner Ansicht nach eine Vereinbarung geschlossen werden. Während Trumps Ausführungen verließ die iranische Delegation aus Protest den Plenarsaal.
Guterres fordert Ende der Kriege
UNO-Generalsekretär Guterres rief die Mitgliedstaaten zum Auftakt der Generaldebatte zu größerem Einsatz für Frieden und Sicherheit auf. Die Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten, im Sudan und anderen Regionen müssten beendet werden. Zudem nannte er soziale Ungleichheit, den Klimawandel und die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz als zentrale Herausforderungen. Guterres scheidet Ende des Jahres nach zwei Amtszeiten aus dem Amt.
Lula kritisiert Sicherheitsrat
Der brasilianische Präsident Lula da Silva kritisierte die Handlungsfähigkeit des UNO-Sicherheitsrats. Mit Blick auf das Vetorecht sagte er, die Staaten seien Geiseln der Lähmung des Gremiums. Die Vereinten Nationen versagten bei einer ihrer wichtigsten Aufgaben, nämlich die Menschheit vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Die Glaubwürdigkeit der Organisation sei noch nie so gering gewesen wie heute.
Merz wird von Wadephul vertreten
Die deutsche Delegation wird von Außenminister Wadephul vertreten. Bundeskanzler Merz hatte seine geplante Reise nach New York in der vergangenen Woche aufgrund der innenpolitischen Entwicklungen rund um die Landtagswahlen abgesagt. Anstelle von Merz wird Wadephul am Samstag sprechen.
UNO steht finanziell und politisch unter Druck
Die Generaldebatte findet vor dem Hintergrund einer schwierigen Lage der Vereinten Nationen statt. Die Weltorganisation steht vor finanziellen und politischen Problemen. Die USA halten Teile ihrer Pflichtbeiträge für die UNO zurück. Die Regierung von Präsident Trump begründete dies mit ihrer Forderung nach Reformen der Weltorganisation. Inzwischen überwies Washington 725 Millionen Dollar für den regulären UNO-Haushalt dieses Jahres. Damit haben die USA vorerst die Gefahr abgewendet, wegen zu hoher Beitragsrückstände im Jahr 2027 ihr Stimmrecht in der Vollversammlung zu verlieren. Eine grundlegende Lösung der finanziellen und politischen Probleme der Weltorganisation ist damit allerdings nicht erreicht.
Diese Nachricht wurde am 22.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
