Fußball
Vier europäische Top-Ligen kritisieren FIFA-Führung - keine Rücktrittsforderung an Infantino

Die obersten Fußball-Ligen aus Deutschland, England, Spanien und Italien haben in einem gemeinsamen Brief Kritik an der FIFA-Führung geübt. Sie fordern drei Maßnahmen, die der Weltverband zeitnah umsetzen soll. Die Forderung nach einem Rücktritt von FIFA-Präsident Infantino enthält der Brief nicht.

    Dr. Marc Lenz während eines Gesprächs an einem Mikrofon
    Bundesliga-Geschäftsführer Dr. Marc Lenz (IMAGO / Kicker / Zink / IMAGO / Sportfoto Zink / Wolfgang Zink)
    In dem Schreiben heißt es, die langjährigen Grundlagen des Fußballs seien in den vergangenen Jahren durch ein grundlegendes Führungsproblem bedroht gewesen. Der FIFA-Präsident habe ausbeuterische Ideen aktiv gefördert. Infantinos Name wird nicht konkret genannt. Unterschrieben ist der Brief von Bundesliga-Geschäftsführer Marc Lenz, dem Vorsitzenden der spanischen Primera División, Javier Tebas, dem Chef der italienischen Serie A, Luigi De Siervo, und Premier-League-Boss Richard Masters aus England.

    Unabhängige Kommission soll Geschehnisse unter Infantinos Führung aufarbeiten

    Die vier Ligen fordern, dass betroffene Interessengruppen bei Entscheidungen mitsprechen dürfen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die FIFA den Fußball vor kommerziellen Interessen schütze. Und unmittelbar nach der Wahl des FIFA-Präsidenten im kommenden März solle eine unabhängige Kommission eingesetzt werden, um die Ereignisse der vergangenen Monate aufzuarbeiten - also unter anderem die gescheiterten Pläne Infantinos, Weltmeisterschaften für den Privatsektor zu öffnen.
    Der europäische Verband UEFA fordert im Gegensatz zu den vier europäischen Top-Ligen ausdrücklich Infantinos Rücktritt. Der Schweizer strebt trotzdem eine Wiederwahl an. Einen Gegenkandidaten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.
    Diese Nachricht wurde am 26.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.