Konjunktur
Wirtschaftsforschungsinstitute verdoppeln Wachstumsprognose - Warken bekräftigt Beibehaltung des Reformkurses

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für dieses und das kommende Jahr erhöht.

    Viele gestapelte Container warten in einem Umschlagbahnhof auf den Weitertransport.
    Wirtschaftsforschungsinstitute erhöhen ihre Wachstumsprognose. (picture alliance / SZ Photo / Wolfgang Filser)
    Wie die Nachrichtenagentur Reuters und das Handelsblatt vorab berichteten, wird dieses Jahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts auf 1,3 Prozent gerechnet. Im April waren die Ökonomen von 0,6 ⁠Prozent ⁠ausgegangen. Für das kommende Jahr liegt die Prognose nun bei 1,1 Prozent statt bisher 0,9 Prozent. Offiziell sollen die Zahlen morgen vorgestellt werden. Kanzleramtschefin Warken versicherte der Wirtschaft, dass die angekündigten Reformen nicht abgeschwächt werden. In ⁠Deutschland seien Strukturveränderungen zu lange aufgeschoben worden, sagte sie im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin. Sie nannte unter anderem flexiblere Arbeitszeiten, Stabilisierung ⁠der Pflege- und Gesundheitssysteme sowie den Abbau von Bürokratie. Am Abend waren Vertreter der Koalition im Kanzleramt zusammengekommen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
    Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Schnitzer, warnte die Bundesregierung vor einem Kurswechsel bei den geplanten Sozialreformen. Diese seien ein Gesamtkonzept, das man nicht wegen einzelner Wahlergebnisse über den Haufen werfen sollte, sagte sie dem "Spiegel". Sie finde es gut, dass Bundeskanzler Merz an den Reformen festhalten wolle. Schnitzer führte aus, es gebe einerseits Bürger, die für Rentenreformen seien, weil die Beitragssätze sonst immer stärker stiegen. Andere sähen hingegen nicht ein, dass es Einschnitte gebe. Wenn die Politik die Reformen jetzt ein bisschen aufweiche, verprelle sie am Ende beide Gruppen.
    Diese Nachricht wurde am 23.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.