Dienstag, 05. Juli 2022

Abgas-Skandal
Razzien bei Volkswagen

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat wegen der Abgas-Manipulationen Volkswagen-Standorte durchsucht. Razzien seien in Wolfsburg und an anderen Orten durchgeführt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ziel sei es, Unterlagen und Datenträger sicherzustellen.

08.10.2015

Logo von VW in Volkswagen reflektiert auf der Motorhaube eines VW-Autos
Bei Volkswagen in Wolfsburg haben Ermittler eine Razzia durchgeführt (RONNY HARTMANN / AFP)
Die Ermittler wollen nach eigenen Angaben herausfinden, welche VW-Mitarbeiter an der Manipulation der Abgaswerte beteiligt waren und wie genau sie dabei vorgingen. Neben dem Stammwerk in Wolfsburg wurden auch Privaträume von Mitarbeitern durchsucht. "Es gibt einen Anfangsverdacht gegen mehrere Personen", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der ehemalige Konzernchef Martin Winterkorn sei nicht darunter.
"Wir werden die Staatsanwaltschaft bei der Ermittlung des Sachverhaltes und der verantwortlichen Personen nach besten Kräften unterstützen", sagte ein VW-Konzernsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Man habe den Ermittlern eine umfassende Dokumentensammlung übergeben und werde sie bei der Ermittlung des Sachverhaltes und der verantwortlichen Personen nach besten Kräften unterstützen. VW habe ein hohes Interesse an "einer unverzüglichen und vollständigen Aufklärung", der Konzern selbst habe am 23. September Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig erstattet.
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderte von Volkswagen unterdessen mehr Transparenz bei der Aufklärung des Skandals. Nach einem Treffen mit dem Betriebsrat in Wolfsburg sagte er, es müsse ein offensives Vorgehen des Konzerns geben. "Nicht erst auf Nachfrage."
Volkswagen hatte zugegeben, mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen manipuliert zu haben. Weltweit sind bis zu elf Millionen Autos betroffen.
Dafür hat sich der Amerika-Chef von Volkswagen, Michael Horn, vor einem Ausschuss des US-Kongresses entschuldigt. Er musste dort wegen der Affäre Rede und Antwort stehen. Dabei sagte er, er sei Anfang September über die Manipulationen informiert worden - kurz bevor der Skandal öffentlich wurde. Von abweichenden Testergebnissen habe er schon im Frühjahr 2014 erfahren. Damals habe er aber keinen Grund gehabt, anzunehmen, dass eine Betrugssoftware eingesetzt werde.
(at/wes)