Gesundheit
Ärztekammerpräsident für Kulturwandel bei Prävention von Volkskrankheiten - und für Steuern auf Zucker, Alkohol und Tabak

Bundesärztekammerpräsident Reinhardt wirbt für einen Kulturwandel in der Prävention von Volkskrankheiten.

    Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, nimmt an einer Pressekonferenz teil.
    Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. (Archivbild) (Hannes P. Albert / dpa / Hannes P Albert)
    Die Lebensgewohnheiten der Menschen vertrügen sich an vielen Stellen nicht mit ihrer Gesundheit, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur. Das reiche von Ernährung über Rauchen bis Bewegungsmangel. Gesundheit, Ernährungskunde und die Rolle von Bewegung müssten ab dem Kita-Alter erlernt werden. Zusätzlich seien Steuern auf Alkohol, Tabak, Cannabis und Zucker sinnvoll. Allein durch Getränke nähmen Menschen in Deutschland täglich fast 26 Gramm Zucker zu sich. Damit belege man Platz 1 in Westeuropa. Übermäßiger Zuckerkonsum trage maßgeblich zu Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Karies bei.
    Gemeinsam mit fast 50 Verbänden hatte Reinhardt vor dem CDU-Parteitag für die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke geworben. Die Delegierten lehnten am Mittag einen Antrag dazu ab. Viele von ihnen wandten sich grundsätzlich gegen Steuererhöhungen. Auch die Lebensmittelindustrie ist dagegen. Sie warnt vor Preiserhöhung, Wettbewerbsverzerrung und Kompensation von Zucker durch andere Zusatzstoffe oder Fette. Zudem bezweifelt sie die effektive Lenkungswirkung in der Gesundheitsförderung.
    Diese Nachricht wurde am 21.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.