Thüringen
AfD scheitert mit Misstrauensvotum gegen CDU-Ministerpräsident Voigt

Die AfD in Thüringen ist mit einem Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Voigt von der CDU gescheitert. Im Landtag in Erfurt stimmten 33 Abgeordnete für AfD-Fraktionschef Höcke als neuen Ministerpräsidenten. 45 Stimmen wären für eine Abwahl Voigts nötig gewesen. Höcke hatte das Misstrauensvotum mit der Entscheidung der Technischen Universität Chemnitz begründet, Voigt die Doktorwürde zu entziehen.

    Mario Voigt (CDU, M), Vorsitzender der CDU in Thüringen und Spitzenkandidat, verlässt in einem Fernsehstudio eine Runde der Spitzenkandidaten neben Björn Höcke (AfD).
    Mario Voigt (CDU, im Hintergrund), in einem Fernsehstudio neben Björn Höcke (AfD). (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Der 48-Jährige, der seit Ende 2024 Deutschlands einzige Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD führt, bleibt damit im Amt. Der CDU-Politiker wehrt sich juristisch gegen die Plagiatsvorwürfe. Die Thüringer AfD wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet. 51 Abgeordnete stimmten mit Nein, es gab eine Enthaltung. Da die Koalition nur 44 Stimmen hat, müssen auch Linke-Abgeordnete wie angekündigt gegen Höcke gestimmt haben. Auf der anderen Seite erhielt Höcke eine Stimme mehr als die AfD im Landtag Mandate stellt.
    Der Thüringer CDU-Fraktionsvorsitzende Bühl hatte das Misstrauensvotum im Vorfeld als "durchsichtiges Manöver" kritisiert. Im Deutschlandfunk sagte er, die AfD verhalte sich so destruktiv wie man sie in Thüringen kenne. Wer vor einem abgeschlossenen Verfahren Konsequenzen ziehen wolle, zeige wie wenig Respekt er vor dem Rechtsstaat habe.
    Diese Nachricht wurde am 04.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.