Gemeinsame Erklärung
AfD-Verbot: SPD-Fraktionschefs verlangen Bund-Länder-Arbeitsgruppe noch dieses Jahr

Die Vorsitzenden der SPD-Fraktionen im Bundestag, im Europäischen Parlament und in den Landtagen fordern ein Prüfverfahren zum Verbot der AfD.

    Ein Demonstrant hält ein Plakat mit der Aufschrift "AfD-Verbot jetzt" hoch
    In Halle (Saale) demonstrierten am 29. August rund 1.500 Menschen gegen die AfD - einige forderten ein Verbot der Partei (IMAGO / ZUMA Press Wire / Maria Castro)
    Die antragsberechtigten Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland werden in einer gemeinsamen Erklärung dazu aufgefordert, noch dieses Jahr eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe einzusetzen. Es sei eine Lehre aus der deutschen Geschichte und eine Grundlage der wehrhaften Demokratie, prüfen lassen zu können, ob Parteien sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegten. Die rechtsextreme AfD bedrohe die Demokratie von innen heraus. Sie greife die freie Gesellschaft systematisch an, normalisiere Rassismus, mache Institutionen verächtlich und arbeite darauf hin, die freiheitliche Grundordnung zu beseitigen.
    Die Vorbereitung eines Verbotsverfahrens sei unabhängig von der politischen Auseinandersetzung und der Lösung politischer Herausforderungen zu sehen, betonen die SPD-Fraktionschefs.

    Wüst dafür, Merz skeptisch

    Zuletzt hatte auch NRW-Ministerpräsident Wüst von der CDU Bereitschaft zu einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe signalisiert. CDU-Chef und Bundeskanzler Merz äußerte sich indes mehrfach skeptisch zu einem Verbotsverfahren. Die rechtlichen Hürden seien sehr, sehr hoch.
    Im Thüringer Landtag werden heute Fachleute zum Thema angehört.
    Diese Nachricht wurde am 30.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.