Freitag, 20. Mai 2022

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Alexandra Soldatowa
Kampf um die Rückkehr nach der Bulimie

Alexandra Soldatowa hat in der Rhythmischen Sportgymnastik viele Erfolge gefeiert. Nun ist sie wegen einer Essstörung in Behandlung. Professioneller Sport und Bulimie passten nicht zueinander, sagt sie - und kämpft nun um ein Comeback.

Von Thielko Grieß | 10.02.2020

Alexandra Soldatowa bei dem Show-Auftritt in Moskau
Alexandra Soldatowa bei dem Show-Auftritt in Moskau (www.imago-images.de/Stanislav Krasilnikov/TASS )
Alexandra Soldatowa hat am Wochenende der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS ein einstündiges Interview gegeben. Darin sagte sie, sie wolle ihre Karriere nun pausieren lassen, um ihre Gesundheit wiederherzustellen. Sie leide seit zweieinhalb Jahren an der Essstörung Bulimie, bekannte sie unter Tränen.
"In manchen Momenten kannst Du nicht mal mehr aufstehen"
"Das ist wirklich eine fürchterliche Krankheit. Auf der einen Seite scheint alles in Ordnung zu sein: Du bist lebendiger Mensch, mit Armen und Beinen, ich kann trainieren, sogar auftreten. Aber, wer die Krankheit kennt, weiß auch, wie schwierig das ist, wie sehr sich die Belastungen verstärken, riesiger Stress, Du musst ja auch dauernd in Top-Form sein. Du kommst mit Dir selbst nicht mehr klar. In manchen Momenten kannst Du nicht mal mehr aufstehen."
Sie berichtete, wie zum Beispiel das Jahr 2018 für sie verlaufen sei. Ihr Körper sei so geschwächt gewesen, sodass sie sich einen Bruch zugezogen habe. Innerhalb eines Monat habe sie aber die Folgen überwunden und wurde dann im September Weltmeisterin. Ein Jahr später, also im September des vergangenen Jahres, verlor sie bei einer Meisterschaft in Portugal das Bewusstsein. Einen ersten Behandlungsversuch in einer Klinik habe sie zu früh beendet, erklärte Alexandra Soldatowa in dem Interview.
Wille zur Rückkehr
Nun wolle sie sich ausreichend Zeit zur Genesung nehmen. Professioneller Sport und Bulimie passten nicht zueinander. Jedoch sei sie willens zurückzukehren.
Die 21-Jährige ist mehrfache Welt-, Europa- und russische Meisterin. Dass sie nach wie vor öffentlich auftreten wird, wenn auch nicht bei Wettbewerben, zeigte Soldatowa bereits am vergangenen Wochenende: In Moskau gab sie einen einfachen Show-Auftritt außerhalb der Wertung.