Donnerstag, 26. Mai 2022

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Alle Sendungen im Dezember
Counter, Orgel und Klavier

Sie erinnern hin und wieder an hochvirtuose Stehgreifimprovisationen: Variationen. Vermutlich haben Haydn, Mozart, Beethoven und anderen sie auch so gesehen und möglicherweise später erst niedergeschrieben. Beethovens drei bedeutendste Variationszyklen für Klavier hat Ronald Brautigam beim diesjährigen Bonner Beethovenfest gespielt - zu hören am 13. Dezember in unserem "Konzertdokument".

13.12.2015

Das Beethovenhaus in Bonn
Das Beethovenhaus in Bonn (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
13. Dezember
Beethovenfest Bonn 2015
Ludwig van Beethoven
Veränderungen über einen Walzer von Diabelli, op. 120
Variationen über ein eigenes Thema c-Moll, WoO 80
Variationen mit Fuge Es-Dur, op. 35 'Eroica-Variationen'
Ronald Brautigam, Hammerflügel
Aufnahme vom 12. September 2015 im Beethoven-Haus, Bonn
Eigentlich hatte der Wiener Komponist und Verleger Anton Diabelli an ein musiknationales Projekt gedacht, als er 1819 einen eigenen kleinen Walzer an alle namhaften Komponisten Österreichs mit der Bitte übersandte, darüber eine Variation zu schreiben. Auch Ludwig van Beethoven erhielt Diabellis Anfrage; doch statt eines "Schusterflecks" lieferte er 1823 mit insgesamt 33 Veränderungen sein letztes großes Klavierwerk ab. Beethovens "Diabelli-Variationen", die der begeisterte Verleger separat publizierte, drängten die Variationen aller anderen Komponisten sehr schnell in den Hintergrund. Sie standen beim Klavierabend des Pianisten und Spezialisten für historische Aufführungspraxis Ronald Brautigam am 12. September beim Beethovenfest Bonn ebenso auf dem Programm wie die berühmten "Eroica-Variationen" sowie die "Variationen über ein eigenes Thema WoO 80".
20. Dezember
orgel mixturen 2015
Jung-eun Park
Pil-Yeon
Dominik Susteck
Carillon
Simon Rummel
Alle Tage
Nikolas Brass
Zungenreden
Dominik Susteck
Zeitfiguren
Irene Kurka, Sopran
Dominik Susteck, Matthias Geuting, Christof Pülsch, Orgel
Aufnahmen vom 4. bis 6. Oktober 2015 aus der Kunststation Sankt Peter in Köln
Die Orgel in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln war Anfang Oktober 2015 zum 11. Mal Austragungsort des internationalen Festivals "Orgel-Mixturen". Die Sendung präsentiert Ausschnitte aus drei Konzerten mit Matthias Geuting, Christof Pülsch sowie mit Dominik Susteck, dem Organisten der Kunst-Station. Susteck ist mit seinem umfangreichen Zyklus 'Zeitfiguren' auch als Komponist vertreten. Hinzu kommen Uraufführungen des Klangkünstlers Simon Rummel und von Jung-Eun Park, in diesem Jahr "Composer in residence" der Kunst-Station und des Deutschlandfunk. In "Zungenreden", der neuen Komposition von Nikolaus Brass, wird der Raum einbezogen: Einer von verschiedenen Positionen aus singenden Sopranistin wird die Orgel zum auskomponierten "Hall-Raum". Dominik Susteck wiederum bezieht in seinen "Carillon" genannten Stücken elektronisch gesteuerte Schlaginstrumente des Instrumentenbauers Gerhard Kern ein.
27. Dezember
Ein Abend mit dem Countertenor Philippe Jaroussky
Neapolitanische Opernarien
Venice Baroque Orchestra
Leitung: Andrea Marcon
Geistliche Werke von Antonio Vivaldi
Ensemble Artaserse
Leitung: Philippe Jaroussky
Aufnahmen vom 27. Oktober 2013 aus dem Gran Teatre del Liceu und vom 26. November 2014 aus der Sala Pau Casals im Auditori in Barcelona
Es sind vor allem die extravaganten Kastratenpartien der Barockoper, mit denen der Countertenor Philippe Jaroussky in den letzten Jahren die Bühnen der großen Konzert- und Opernhäuser Europas erobert hat. Mit atemberaubender Virtuosität, aber auch mit lyrischer Innigkeit zieht er das Publikum immer wieder in seinen Bann, zum Beispiel im Gran Teatre del Liceu in Barcelona, in dem Jaroussky 2013 zu Gast war. Zusammen mit dem Venice Baroque Orchestra unter der Leitung von Andrea Marcon präsentierte er dort ein strahlendes Programm rund um Nicola Porpora, jenen Opernkomponisten, der Mitte des 18. Jahrhunderts in ganz Europa Furore machte. Aber das Herz des französischen Star-Countertenors schlägt nicht nur für die Oper, sondern genauso für die geistliche Virtuosenmusik des 18. Jahrhunderts. Das hat er Ende des letzten Jahres zusammen mit seinem Ensemble Artaserse im Konzerthaus L'Auditori in Barcelona in Werken von Antonio Vivaldi eindrucksvoll bewiesen. Im 'Konzertdokument der Woche' stellen wir Ihnen Höhepunkte dieser beiden herausragenden Konzerte vor.