Mord an Rapper Tupac Shakur
Angeklagter Duane Davis von Geschworenen schuldig gesprochen

Knapp 30 Jahre nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur ist der frühere Gang-Anführer Duane Davis schuldig gesprochen worden. In einem Prozess in Las Vegas sahen es die Geschworenen als erwiesen an, dass der 63-Jährige als Drahtzieher für den Tod des Rappers verantwortlich ist. Ihm könnte nun eine lebenslange Haftstrafe drohen.

    Duane Davis spricht im Gerichtssaal mit seinem Anwalt
    Duane Davis (links) wurde für schuldig befunden, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. (picture alliance / AP / Ethan Miller)
    Tupac Shakur war einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Rapper der 1990er Jahre und gilt bis heute für den Hip-Hop als eine der prägendsten Figuren. Der für Hits wie "California Love" und "Changes" bekannte Musiker verkaufte weltweit Millionen Platten. Der damals 25 Jahre alte Rapper wurde am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen und starb sechs Tage später im Krankenhaus. Sein Einfluss auf Rapmusik und Popkultur reichte weit über seinen Tod hinaus.
    Davis wird nicht beschuldigt, selbst auf Shakur geschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht in dem früheren Anführer der Straßengang South Side Compton Crips vielmehr den Drahtzieher des tödlichen Angriffs. Nach Darstellung der Anklage organisierte er die Vergeltungsaktion und beschaffte die Waffe. Nach dem Recht des Bundesstaates Nevada kann auch jemand wegen Mordes verurteilt werden, der einem anderen bei der Tat hilft.

    Strafmaß soll im Oktober verkündet werden

    In dem Prozess gab es 16 Geschworene, darunter vier Ersatzgeschworene. Sie hörten während neun Prozesstagen die Aussagen von 24 Zeugen der Anklage und drei Zeugen der Verteidigung. Nach dem Urteil wollten sich die Staatsanwälte nicht äußern. Mitglieder von Shakurs Familie erklärten, sie wollten bis zur für Oktober angesetzten Verkündung des Strafmaßes warten.
    Der frühere Gang-Anführer war 2023 in Las Vegas im Bundesstaat Nevada festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit Gebrauch einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. 

    Verteidiger bezeichnet Davis' frühere Aussagen als erfunden 

    Zuvor hatte er allerdings mehrfach öffentlich darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse auf Shakur abgefeuert worden seien. Er sei der einzige Insasse, der noch lebe, hatte er in Interviews gesagt und auch in seiner Autobiografie geschrieben. Die tödlichen Schüsse habe aber sein Neffe abgegeben, sagte er 2008 in einem Verhör. Den Angriff bezeichnete Davis als Vergeltungsaktion für eine frühere Attacke auf seinen Neffen unter anderem durch Shakur.
    Um die früheren Äußerungen zu entkräften, hatte Verteidiger Michael Sanft seinen Mandanten in dem Prozess als Lügner und Angeber dargestellt. Dieser habe viele Dinge erfunden, um daraus Kapital zu schlagen, argumentierte Sanft.
    Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.