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Arbeitsmigranten in Katar
Amnesty fordert Aufklärung von Todesfällen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert Aufklärung vom WM-Gastgeberland Katar. Katar steht wegen der Bedingungen für Arbeitsmigranten in der Kritik – und wegen der Fußball-WM auch besonders im Fokus. Amnesty fordert, dass die Tode tausender Arbeiter genauer untersucht werden.

Von Sebastian Trepper | 26.08.2021
    Männer in Arbeitskleidung gehen vor der Baustelle eines Stadions entlang.
    Arbeiter vor einer Stadion-Baustelle in Katar. (AFP)
    Die britische Zeitung Guardian hatte vor einigen Monaten berichtet, dass in Katar seit 2010 6.500 Arbeitsmigranten während ihrer Arbeit gestorben seien. Amnesty beklagt nun, dass der Tod der Arbeiter oft nicht aufgeklärt worden sei. Offenbar ohne eine Obduktion seien auf den Totenscheinen "natürliche Todesursachen" oder "Herzfehler" angegeben worden. Es werfe Fragen auf, wenn junge, gesunde Männer nach vielen Arbeitsstunden in extremer Hitze plötzlich stürben, erklärt die Menschenrechtsorganisation und fordert Aufklärung.

    Gesetzesänderungen als unzureichend kritisiert

    Für ihren Bericht analysierte die Organisation nach eigenen Angaben Totenscheine, prüfte Regierungsangaben zu tausenden Todesfällen und befragte Mediziner und die Familien gestorbener Arbeitsmigranten. Aus den Zahlen des britischen Guardian geht nicht hervor, welche Tätigkeit die Verstorbenen genau ausgeübt haben.
    In Katar findet im kommenden Jahr die Fußball-WM statt. Nach internationaler Kritik hat das Land seine Gesetze für Arbeitsmigranten verändert und ihnen mehr Rechte gegeben. Amnesty und andere Organisationen kritisieren die Reformen aber als unzureichend. Deswegen hat es Forderungen nach einem Boykott des Turniers gegeben – für politische Besuche bei den Spielen, TV-Zuschauer, aber auch die Nationalmannschaften.