NS-Raubkunst
Argentinisches Gericht verfügt Rückgabe von Ceruti-Gemälde

Ein während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten geraubtes Gemälde soll an die Erbin seines einstigen jüdischen Besitzers zurückgegeben werden. Das Bild war im vergangenen Jahr in Argentinien im Haus der Tochter eines früheren NS-Funktionärs und ihres Ehemanns entdeckt worden.

    Giacomo Cerutis Gemälde "Porträt einer Dame" aus dem 18. Jahrhundert hängt an einer weißen Wand. Zwischen Bild und Wand ist Plastikfolie. Neben dem Bild steht ein Mann mit Bart.
    NS-Raubkunst in Argentinien: Giacomo Cerutis Gemälde "Porträt einer Dame" aus dem 18. Jahrhundert war 2025 in der Provinz Buenos Aires entdeckt worden. (Christian Heit / AP / dpa / Christian Heit)
    Im Rahmen einer vor einem Bundesgericht in Mar del Plata erzielten Vereinbarung verzichtete das Ehepaar nun auf sämtliche Ansprüche auf das Werk. Dafür wird das Gerichtsverfahren vorläufig eingestellt. Das teilte die argentinische Regierung mit.
    Bei dem Gemälde handelt es sich um das "Porträt einer Dame" des italienischen Malers Giacomo Antonio Melchiorre Ceruti aus dem 18. Jahrhundert. Es gehörte einst dem jüdischen Galeristen Jacques Goudstikker, dessen Kunstsammlung in Amsterdam während der deutschen Besatzung der Niederlande geplündert wurde. Goudstikker starb 1940 auf der Flucht.
    Das Gemälde war im argentinischen Mar del Plata im Haus von Patricia Kadgien, der Tochter des ehemaligen NS-Funktionärs Friedrich Kadgien, gefunden worden. Friedrich Kadgien war während der NS-Zeit an der Verwertung geraubten jüdischen Vermögens beteiligt und setzte sich nach dem Krieg nach Südamerika ab.
    Die Erbin des Galeristen Goudstikker will das Gemälde nun zunächst öffentlich in Argentinien ausstellen lassen. Anschließend soll es in die Niederlande zurückkehren.
    Diese Nachricht wurde am 05.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.