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Ausstellung in BerlinBerliner Mauer visuell nachgezeichnet

Seit 1989 ist sie Geschichte: die Mauer in und um Berlin. Was aber kein Grund sein sollte, sich nicht mehr mit ihr zu beschäftigen, meinen die Schriftstellerin Annett Gröschner und der Fotograf Arved Messmer. Viele Jahre haben sie in Archiven recherchiert, um jetzt Ansichten der Berliner Mauer zu präsentieren, die wir so noch nicht gesehen haben.

Annett Gröschner und Arwed Messmer imCorso-Gespräch mit Tanja Runow | 26.05.2016

Unter der Aufsicht von bewaffneten Volkspolizisten errichtet eine Ostberliner Maurerkolonne am 18.8.1961 an der sowjetisch-amerikanischen Sektorengenze am Potsdamer Platz eine mannshohe Mauer.
Bau der Berliner Mauer 1961 (picture-alliance / dpa / UPI)
1995 war es, da machten die Schriftstellerin Annett Gröschner und der Fotograf Arved Messmer bei einer Recherche in einem Potsdamer Archiv eine Zufallsentdeckung, die sie bis heute nicht mehr losgelassen hat. In einer unscheinbaren Kiste fanden sie Filmrollen mit Fotos der Berliner Mauer, aufgenommen von damaligen DDR-Grenzschützern.
Den Blick von Osten Richtung West, den Todesstreifen, die Hundelaufbahnen. Aus nächster Nähe, wie sie ein Hobbyfotograf gar nicht hätte aufnehmen dürfen. Sie zeigten diese Bilder in einer ersten Ausstellung 2011.
Nun folgt eine neue Schau, die quasi die Vollendung des Projektes darstellt. Denn mit immer neuen Funden ist es den beiden Machern jetzt gelungen, den kompletten Verlauf der Berliner Mauer visuell nachzuzeichnen. "Inventarisierung der Macht. Die Mauer aus anderer Sicht" ist der Titel der Ausstellung, die heute in Berlin eröffnet.
- Zu Gast bei Corso sind Annett Gröschner, Journalistin und Schriftstellerin und der Fotograf Arved Messmer.
Das Gespräch können Sie nach der Sendung mindestens fünf Monate lang als Audio-on-demand abrufen.