Israel
B'Tselem warnt vor "Auslöschung" der Palästinenser

Die israelische Menschenrechtsorganisation B'Tselem richtet schwere Vorwürfe an die Regierung unter Ministerpräsident Netanjahu. Die Regierung ziele darauf ab, die Voraussetzungen für ein fortbestehendes palästinensisches Leben im Westjordanland zu beseitigen, erklärte die Organisation bei der Vorstellung ihres Berichts mit dem Titel "Das Auslöschungsprojekt".

    Das Logo von B'Tselem steht auf einer Wand
    Das Logo der Menschenrechtsorganisation B'Tselem (picture alliance/Anadolu/Mostafa Alkharouf)
    Seit dem Terrorangriff der Hamas vor fast drei Jahren habe sich die Lage deutlich verschärft. Dies geschehe parallel zum - wie es heißt: "Völkermord im Gazastreifen", in dem die Logik der Auslöschung ihre extreme Form angenommen habe.
    Laut B'Tselem tötete Israel im Westjordanland von Oktober 2023 bis August 2026 insgesamt mehr als 1.100 Palästinenser. Zudem wurden 75 palästinensische Gemeinden sowie 33.000 Palästinenser aus Flüchtlingslagern im Norden des Gebiets gewaltsam vertrieben. Im Gegenzug übernahmen Siedler die Kontrolle über 18 Prozent des Westjordanlandes.
    Kritik übte B'Tselem an der internationalen Gemeinschaft, die die israelische Gewalt gegen Palästinenser seit Jahren tatenlos beobachte.
    Diese Nachricht wurde am 14.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.