Wir stellen Ihnen heute die neueste Produktion des Ensembles Il Gardellino unter der Leitung von Marcel Ponseele mit vier Bach-Kantaten vor. Erschienen ist die CD jetzt unter dem Titel "Desire” (engl.) beim belgischen Label passacaille, im deutschen Vertrieb von Note1.
Das belgische Ensemble Il Gardellino wurde 1988 von dem Oboisten Marcel Ponseele, dem Flötisten Jan de Winne und dem Cembalisten Shalev Ad-El gegründet und gehört schon seit vielen Jahren mit zu den profiliertesten Ensembles in der internationalen Alte-Musik-Szene. Im Mittelpunkt des Repertoires des Barock-Ensembles steht Musik von Johann Sebastian Bach, aber auch die seiner Söhne und der Zeitgenossen. Bei größeren Projekten arbeitet Il Gardellino auch mit vokalen Gruppen wie der Cappella Amsterdam oder dem Gesualdo Consort zusammen. Il Gardellino startet mit dieser CD einen kleinen Zyklus mit Bach-Kantaten, dessen einzelne Folgen sich jeweils einem bestimmten Schlagwort aus der christlichen Theologie widmen. Die erste Folge steht unter dem Motto "Desire", "Verlangen" und enthält die Kantaten Werkverzeichnis 32, 49 und 154 von Johann Sebastian Bach sowie die Kantate "Ach, dass ich Wassers gnug hätte" von dem Bach-Sohn Johann Christoph Bach. Die Gesangs-Solisten sind Caroline Weynants – Sopran, Patrick Van Goethem – Countertenor, Marcus Ullmann – Tenor und Lieven Termont – Bariton.
Marcel Ponseele hat sich hier, entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, für eine einfache Besetzung entschieden und so eine sehr intime Einspielung vorgestellt, die nicht zuletzt von dem intensiven Vortrag der jungen Solisten lebt.
Hier der Schluss der Kantate Werkverzeichnis 154 ‚Mein liebster Jesu ist verloren’, die aus dem ersten vollständigen Kantatenjahrgang stammt, den Bach als Thomaskantor in Leipzig komponierte. Die Besetzung gibt Alt, Tenor und Bass vor, sowie einen Sopran für die Choräle. Im Evangelium zum ersten Sonntag nach Dreikönig wird die Geschichte vom 12-jährigen Jesus erzählt, der verloren geht, als er mit seinen Eltern Jerusalem besucht, wobei die Parallele gezogen wird zwischen dieser Erzählung, und der Situation, Christus in seinem eigenen Leben zu verlieren. Hierbei werden alle Grundaffekte angesprochen, von der verzweifelten Klage bis zur überschwänglichen Freude. Das folgende Duett und der anschließende Choral bilden den Höhepunkt der Kantate.
"Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 154 ‚Mein liebster Jesu ist verloren’
Duetto: Wohl mir, Jesus ist gefunden
Choral: Meinen Jesum lass ich nicht
Patrick van Goethem, Countertenor
Marcus Ullmann,Tenor
Il Gardellino
Ltg.: Marcel Ponseele"
Fast 200 geistliche Kantaten haben sich von Johann Sebastian Bach erhalten, für die kleine Reihe mit Bach-Kantaten, die sich jeweils einem bestimmten Schlagwort aus der christlichen Theologie widmen, hat Marcel Ponseele hier für die erste Folge vier ausgewählt und denen noch eine des Bach-Sohnes Johann Christoph hinzugefügt. Dabei hat sich Ponseele an den neuesten Ergebnissen der Bach-Forschung orientiert, die nach den Thesen von Joshua Rifkin seit Anfang der 80er-Jahre heftig kontrovers diskutiert wurden. Danach sind auch die Chorpartien solistisch besetzt. Ponseele hat ein gutes Gefühl für das passende Tempo und die kleine Besetzung macht die Stücke zu einer intimen Kammermusik, für die vielleicht sogar der Klang etwas zu üppig geraten ist.
Im Mittelpunkt der Veröffentlichung steht die Kantate BWV 49 "Ich geh’ und suche mit Verlangen", daneben gibt es noch die Kantate BWV 32 "Liebster Jesu, mein Verlangen", die Kantate BWV 154 "Mein liebster Jesu ist verloren" und die Kantate: "Ach, dass ich Wassers gnug hätte" von Johann Christoph Bach für Alt, Streicher und Basso continuo.
Die Kantate Werkverzeichnis 49 erhält ihre besondere Attraktivität durch die von Bach verwendeten dramatischen, opernhaften Elemente wie auch die Verwendung eines konzertierenden Stils wie zum Beispiel gleich zu Beginn in der großangelegten Sinfonia. Diese war ursprünglich das Finale eines drei-sätzigen Instrumentalkonzertes, vermutlich aus Bachs Köthener Zeit, und enthält, wie auch bei anderen Kantaten aus dem Jahre 1726, eine konzertante Orgelpartie, mit der Bach seinem damals knapp 16-jährigen Sohn Wilhelm Friedemann die Möglichkeit geben wollte, sich die nötige Praxiserfahrung als konzertierender Organist anzueignen. Sie wird hier, mit großer Leichtigkeit und sehr schwungvoll gespielt von Shalev Ad-El.
"Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 49 Ich geh’ und suche mit Verlangen
Sinfonia (Ausschnitt)
Il Gardellino
Ltg.: Marcel Ponseele"
In der Kantate "Ich geh’ und suche mit Verlangen" hat sich Johann Sebastian Bach an der älteren Form des Dialogus orientiert. Hier findet das Zwiegespräch zwischen Christus und der gläubigen Seele statt. Zugrunde liegt die Parabel vom Hochzeitsmahl, während eine Lesung aus den Briefen des Apostel Paulus das Thema der mystischen Einheit zwischen Christus und seiner Kirche aufgreift. Der Textdichter (wahrscheinlich Picander) verquickt die beiden Themen, Christus spornt die Seele des gläubigen Menschen an, sich mit ihm zu vereinigen, genau wie ein junger Prinz sich auf die Suche nach seiner geliebten Braut begibt. Es gibt also nur zwei Vokalpartien, aber die Instrumentalbesetzung fällt dafür etwas üppiger aus: so hat Bach hier auch das Violoncello-Piccolo verwendet, das etwas kleiner ist als das normale Cello und eine fünfte Saite besitzt, sowie Oboe d’amore, zwei Violinen, Viola und einen Solo-Part für die Orgel. Hier die Arie mit dem Violoncello-Piccolo Solo mit René Schiffer sowie der der Sopranistin Caroline Weynants, deren helle, wendige und intonationssichere Stimme hier wahrhaft betören kann.
"Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 49 Ich geh’ und suche mit Verlangen
Arie: Ich bin herrlich (Ausschnitt)
Caroline Weynants, Sopran
Il Gardellino
Ltg.: Marcel Ponseele"
Das abschließende Duett zwischen Christus/Bräutigam und der gläubigen Seele/Braut gehört mit zu den raffiniertesten Kantatensätzen Bachs. Eigentlich ist es eine Bassarie, in der Christus singt: "Dich hab’ ich je und je geliebet" während die gläubige Seele ihr Liebesglück in Gestalt der 7. Strophe des Chorals "Wie schön leuchtet der Morgenstern" in Töne fasst, ein Liebeslied für das neugeborene Jesuskind. Es galt hier den Choral so in den Satz einzubauen, dass es einen Abschluss gibt, obwohl der sonst übliche Chor fehlt. Das Ergebnis ist ein sehr sinnliches Duett, das hier von Lieven Termont und Caroline Weynants sehr berührend gesungen wird.
"Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 49 Ich geh’ und suche mit Verlangen
Duetto: ‚Dich hab ich’
Lieven Termont, Bariton
Caroline Weynants, Sopran
Il Gardellino
Ltg.: Marcel Ponseele"
Wir stellten Ihnen heute Kantaten von Johann Sebastian Bach vor, mit dem belgischen Ensemble Il Gardellino unter der Leitung des Oboisten Marcel Ponseele. Unter dem Titel "Desire” erschien diese CD beim belgischen Label ‘passacaille”. In Deutschland ist die CD beim Vertrieb Note1 erhältlich.
Die Gesangssolisten waren Caroline Weynants – Sopran, Patrick Van Goethem – Countertenor, Marcus Ullmann – Tenor sowie Lieven Termont – Bariton. Das Instrumentalensemble setzte sich zusammen aus : Marcel Ponseele und Ann Vanlancker – Oboe, François Fernandez und Sophie Gent - Violine, Mika Akiha – Viola, René Schiffer – Violoncello, Elise Christiaens – Kontrabass und Shalev Ad-El – Cembalo und Orgel
Diskografie
Desire
Il Gardellino
JS Bach
cantates 32, 49 & 154
passacaille 956 LC-10925
Das belgische Ensemble Il Gardellino wurde 1988 von dem Oboisten Marcel Ponseele, dem Flötisten Jan de Winne und dem Cembalisten Shalev Ad-El gegründet und gehört schon seit vielen Jahren mit zu den profiliertesten Ensembles in der internationalen Alte-Musik-Szene. Im Mittelpunkt des Repertoires des Barock-Ensembles steht Musik von Johann Sebastian Bach, aber auch die seiner Söhne und der Zeitgenossen. Bei größeren Projekten arbeitet Il Gardellino auch mit vokalen Gruppen wie der Cappella Amsterdam oder dem Gesualdo Consort zusammen. Il Gardellino startet mit dieser CD einen kleinen Zyklus mit Bach-Kantaten, dessen einzelne Folgen sich jeweils einem bestimmten Schlagwort aus der christlichen Theologie widmen. Die erste Folge steht unter dem Motto "Desire", "Verlangen" und enthält die Kantaten Werkverzeichnis 32, 49 und 154 von Johann Sebastian Bach sowie die Kantate "Ach, dass ich Wassers gnug hätte" von dem Bach-Sohn Johann Christoph Bach. Die Gesangs-Solisten sind Caroline Weynants – Sopran, Patrick Van Goethem – Countertenor, Marcus Ullmann – Tenor und Lieven Termont – Bariton.
Marcel Ponseele hat sich hier, entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, für eine einfache Besetzung entschieden und so eine sehr intime Einspielung vorgestellt, die nicht zuletzt von dem intensiven Vortrag der jungen Solisten lebt.
Hier der Schluss der Kantate Werkverzeichnis 154 ‚Mein liebster Jesu ist verloren’, die aus dem ersten vollständigen Kantatenjahrgang stammt, den Bach als Thomaskantor in Leipzig komponierte. Die Besetzung gibt Alt, Tenor und Bass vor, sowie einen Sopran für die Choräle. Im Evangelium zum ersten Sonntag nach Dreikönig wird die Geschichte vom 12-jährigen Jesus erzählt, der verloren geht, als er mit seinen Eltern Jerusalem besucht, wobei die Parallele gezogen wird zwischen dieser Erzählung, und der Situation, Christus in seinem eigenen Leben zu verlieren. Hierbei werden alle Grundaffekte angesprochen, von der verzweifelten Klage bis zur überschwänglichen Freude. Das folgende Duett und der anschließende Choral bilden den Höhepunkt der Kantate.
"Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 154 ‚Mein liebster Jesu ist verloren’
Duetto: Wohl mir, Jesus ist gefunden
Choral: Meinen Jesum lass ich nicht
Patrick van Goethem, Countertenor
Marcus Ullmann,Tenor
Il Gardellino
Ltg.: Marcel Ponseele"
Fast 200 geistliche Kantaten haben sich von Johann Sebastian Bach erhalten, für die kleine Reihe mit Bach-Kantaten, die sich jeweils einem bestimmten Schlagwort aus der christlichen Theologie widmen, hat Marcel Ponseele hier für die erste Folge vier ausgewählt und denen noch eine des Bach-Sohnes Johann Christoph hinzugefügt. Dabei hat sich Ponseele an den neuesten Ergebnissen der Bach-Forschung orientiert, die nach den Thesen von Joshua Rifkin seit Anfang der 80er-Jahre heftig kontrovers diskutiert wurden. Danach sind auch die Chorpartien solistisch besetzt. Ponseele hat ein gutes Gefühl für das passende Tempo und die kleine Besetzung macht die Stücke zu einer intimen Kammermusik, für die vielleicht sogar der Klang etwas zu üppig geraten ist.
Im Mittelpunkt der Veröffentlichung steht die Kantate BWV 49 "Ich geh’ und suche mit Verlangen", daneben gibt es noch die Kantate BWV 32 "Liebster Jesu, mein Verlangen", die Kantate BWV 154 "Mein liebster Jesu ist verloren" und die Kantate: "Ach, dass ich Wassers gnug hätte" von Johann Christoph Bach für Alt, Streicher und Basso continuo.
Die Kantate Werkverzeichnis 49 erhält ihre besondere Attraktivität durch die von Bach verwendeten dramatischen, opernhaften Elemente wie auch die Verwendung eines konzertierenden Stils wie zum Beispiel gleich zu Beginn in der großangelegten Sinfonia. Diese war ursprünglich das Finale eines drei-sätzigen Instrumentalkonzertes, vermutlich aus Bachs Köthener Zeit, und enthält, wie auch bei anderen Kantaten aus dem Jahre 1726, eine konzertante Orgelpartie, mit der Bach seinem damals knapp 16-jährigen Sohn Wilhelm Friedemann die Möglichkeit geben wollte, sich die nötige Praxiserfahrung als konzertierender Organist anzueignen. Sie wird hier, mit großer Leichtigkeit und sehr schwungvoll gespielt von Shalev Ad-El.
"Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 49 Ich geh’ und suche mit Verlangen
Sinfonia (Ausschnitt)
Il Gardellino
Ltg.: Marcel Ponseele"
In der Kantate "Ich geh’ und suche mit Verlangen" hat sich Johann Sebastian Bach an der älteren Form des Dialogus orientiert. Hier findet das Zwiegespräch zwischen Christus und der gläubigen Seele statt. Zugrunde liegt die Parabel vom Hochzeitsmahl, während eine Lesung aus den Briefen des Apostel Paulus das Thema der mystischen Einheit zwischen Christus und seiner Kirche aufgreift. Der Textdichter (wahrscheinlich Picander) verquickt die beiden Themen, Christus spornt die Seele des gläubigen Menschen an, sich mit ihm zu vereinigen, genau wie ein junger Prinz sich auf die Suche nach seiner geliebten Braut begibt. Es gibt also nur zwei Vokalpartien, aber die Instrumentalbesetzung fällt dafür etwas üppiger aus: so hat Bach hier auch das Violoncello-Piccolo verwendet, das etwas kleiner ist als das normale Cello und eine fünfte Saite besitzt, sowie Oboe d’amore, zwei Violinen, Viola und einen Solo-Part für die Orgel. Hier die Arie mit dem Violoncello-Piccolo Solo mit René Schiffer sowie der der Sopranistin Caroline Weynants, deren helle, wendige und intonationssichere Stimme hier wahrhaft betören kann.
"Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 49 Ich geh’ und suche mit Verlangen
Arie: Ich bin herrlich (Ausschnitt)
Caroline Weynants, Sopran
Il Gardellino
Ltg.: Marcel Ponseele"
Das abschließende Duett zwischen Christus/Bräutigam und der gläubigen Seele/Braut gehört mit zu den raffiniertesten Kantatensätzen Bachs. Eigentlich ist es eine Bassarie, in der Christus singt: "Dich hab’ ich je und je geliebet" während die gläubige Seele ihr Liebesglück in Gestalt der 7. Strophe des Chorals "Wie schön leuchtet der Morgenstern" in Töne fasst, ein Liebeslied für das neugeborene Jesuskind. Es galt hier den Choral so in den Satz einzubauen, dass es einen Abschluss gibt, obwohl der sonst übliche Chor fehlt. Das Ergebnis ist ein sehr sinnliches Duett, das hier von Lieven Termont und Caroline Weynants sehr berührend gesungen wird.
"Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 49 Ich geh’ und suche mit Verlangen
Duetto: ‚Dich hab ich’
Lieven Termont, Bariton
Caroline Weynants, Sopran
Il Gardellino
Ltg.: Marcel Ponseele"
Wir stellten Ihnen heute Kantaten von Johann Sebastian Bach vor, mit dem belgischen Ensemble Il Gardellino unter der Leitung des Oboisten Marcel Ponseele. Unter dem Titel "Desire” erschien diese CD beim belgischen Label ‘passacaille”. In Deutschland ist die CD beim Vertrieb Note1 erhältlich.
Die Gesangssolisten waren Caroline Weynants – Sopran, Patrick Van Goethem – Countertenor, Marcus Ullmann – Tenor sowie Lieven Termont – Bariton. Das Instrumentalensemble setzte sich zusammen aus : Marcel Ponseele und Ann Vanlancker – Oboe, François Fernandez und Sophie Gent - Violine, Mika Akiha – Viola, René Schiffer – Violoncello, Elise Christiaens – Kontrabass und Shalev Ad-El – Cembalo und Orgel
Diskografie
Desire
Il Gardellino
JS Bach
cantates 32, 49 & 154
passacaille 956 LC-10925