"Nie dagewesenes Ausmaß"
Waldbrände in Frankreich und Spanien: Mehr als 160.000 Menschen in Sicherheit gebracht

Die Lage in den Waldbrandgebieten in Frankreich und Spanien spitzt sich weiter zu. In beiden Ländern wurden bisher insgesamt mehr als 160.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die EU schickt Löschflugzeuge zur Unterstützung.

    In der Region Gironde wüten Waldbrände. Es steigen dunkle Rauchwolken auf. Davor sind Löschfahrzeuge und ein Polizist auf einer Straße zu sehen.
    In der Region Gironde wüten Waldbrände. (picture alliance / Anadolu / Gironde Gendarmerie / Handout)
    In Paris trat gestern Abend ein Krisenstab der Regierung zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Behördenangaben zufolge wurden im Südwesten Frankreichs bisher rund 141.000 Menschen evakuiert. Innenminister Nuñez betonte, das Land habe noch nie zuvor Brände in diesem Ausmaß erlebt. Insgesamt kämpften die Einsatzkräfte laut Nuñez gegen 32 aktive Waldbrände unterschiedlicher Stärke.

    Einsatz von 1.000 Soldaten zur Verstärkung

    Frankreichs Präsident Macron forderte die Streitkräfte auf, sich zu mobilisieren und den Zivilschutz "mit maximaler Verstärkung" zu unterstützen. Regierungschef Lecornu erklärte, insgesamt 1.000 Militärangehörige würden eingesetzt, um gegen die Flammen zu kämpfen. Diese haben in dem Gebiet bereits eine Fläche von 22.000 Hektar verwüstet.
    In Bordeaux ordneten die Behörden die Evakuierung von Orten in der Nähe der Stadt "aus Vorsicht" vor den herannahenden Flammen an. Die bei Urlaubern beliebte Halbinsel Cap-Ferret wurde bereits vollständig evakuiert. Rund 44.000 Einwohner und Urlauber verließen das Gebiet über die einzige Straße in Richtung Bordeaux oder mit Booten über das Becken von Arcachon. Etwa 40 der 1.000 Feuerwehrleute, die gegen den Brand bei Cap-Ferret kämpften, wurden nach Angaben der Behörden verletzt.
    Das Feuer könnte laut Staatsanwaltschaft durch eine bei Arbeiten an einer Hochspannungsleitung eingesetzte Freischneidemaschine ausgelöst worden sein, deren Nutzung zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt war. 

    Spanien ruft nationalen Notstand aus

    In Spanien verschärfte sich die Lage rund um die Hauptstadt Madrid. Das dortige Großfeuer sei "auf seinem Höhepunkt" und derzeit "nicht zu löschen", sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Regionalregierung, Novillo. Wegen starken Winds könne sich der Brand weiter ausbreiten.
    Rund um Madrid sind inzwischen mehr als 63.000 Menschen von den Brandschutzmaßnahmen betroffen: Sie wurden entweder in Sicherheit gebracht oder aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben. Die Regierung rief den nationalen ‌Notstand aus. ⁠Das Innenministerium in Madrid begründet den Schritt damit, dass gleich mehrere große Brände außer Kontrolle sind und dazu die Wetterlage die Feuer begünstige. Durch die Ausrufung des Notstands kann der Staat mehr Geld bereitstellen, und das Militär übernimmt die Einsatzleitung.
    Spaniens Ministerpräsident Sánchez will heute gemeinsam mit Innenminister Grande-Marlaska das Einsatzzentrum in Cenicientos bei Madrid besuchen und dort an einer Krisensitzung teilnehmen. Sánchez hatte von einer "dramatischen Situation" in mehreren spanischen Provinzen und in Nachbarländern gesprochen.
    Auch in Italien kämpften Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Brände. Besonders betroffen waren Sizilien und Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden Dutzende Feuer gemeldet.

    EU unterstützt Löscharbeiten

    Die EU-Kommission erklärte in Brüssel, dass vier Canadair-Flugzeuge nach Spanien entsandt werden und drei nach Frankreich. Beide Länder würden zudem mit Satellitenbildern des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus versorgt, um die Löscharbeiten vor Ort zu unterstützen. Bundeskanzler Merz erklärte, Deutschland sei bereit, Frankreich im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzmechanismus zu unterstützen.

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    Diese Nachricht wurde am 25.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.