Nahost
Bericht zu Gewalt im Westjordanland: Amnesty fordert deutsche Schritte gegen Israel

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Bundesregierung angesichts der antipalästinensischen Gewalt im Westjordanland zu Maßnahmen gegen Israel aufgerufen.

    Bundespressekonferenz in Berlin: Amnesty International zu Ethnische Säuberungen im Westjordanland: L-R Julia Jorch, Agnès Callamard, Budour Hassan, Julia Duchrow
    Amnesty International spricht von Ethnischen Säuberungen im Westjordanland (picture alliance/dts-Agentur/dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Die Bundesregierung müsse zeigen, dass Völkerrecht und Menschenrechte für sie mehr seien als reine Lippenbekenntnisse, sagte die Generalsekretärin der deutschen Amnesty-Sektion, Duchrow, in Berlin. Konkret forderte sie, dass Deutschland seinen Widerstand gegen eine Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der Europäischen Union und Israel aufgibt.
    Das seit dem Jahr 2000 bestehende EU-Israel-Abkommens begünstigt vor allem den Handel. Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben eine Initiative gestartet, um das Abkommen zu suspendieren. Das kann jedoch nur einstimmig beschlossen werden. 
    Ein neuer Amnesty-Bericht wirft Israel die Vertreibung palästinensischer Beduinen im besetzten Westjordanland vor und spricht von "ethnischen Säuberungen". Das Vorgehen gehe nicht von einzelnen radikalen Siedlern aus, sondern sei staatlich gelenkt, heißt es. Ziel sei es, Israels Pläne zur formellen Annexion des Westjordanlands zu beschleunigen.
    Diese Nachricht wurde am 10.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.