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Berliner VerlagMedienneulinge kaufen die "Berliner Zeitung"

Die Mediengruppe DuMont trennt sich vom Berliner Verlag, der die "Berliner Zeitung" und den "Berliner Kurier" herausgibt. Schon lange wurde mit dem Verkauf gerechnet – dennoch waren die Experten überrascht: Die Käufer seien absolute Neulinge in der Branche, so Medienjournalist Michael G. Meyer.

Michael G. Meyer im Gespräch mit Bettina Köster | 17.09.2019

Ausgaben der "Berliner Zeitung" liegen aufgereiht auf einem Tisch.
Die "Berliner Zeitung" bekommt neue Eigentümer. (dpa/ Paul Zinken)
Dass sich die in Köln ansässige Mediengruppe DuMont neu aufstellen will, ist schon seit einigen Monaten bekannt. Mit dem Verkauf der Regionalzeitungen in Berlin - "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" - werden jetzt konkrete Schritte eingeleitet. Wie der Verlag mitteilte, sei der Verkauf ein "erster Schritt der Portfolio-Überprüfung im Geschäftsfeld Regionalmedien". Dieser Prozess werde voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Der Medienjournalist Michael G. Meyer machte im Deutschlandfunk deutlich, dass die Ertragslage im Berliner Verlag im Vergleich zum Kölner Haupthaus von DuMont deutlich schlechter ist. Er gehe davon, dass für den Berliner Verlag wohl ein niedriger Millionenbetrag gezahlt wurde. Offiziell wurde der Kaufpreis nicht genannt.
Branchenintern unbekannte neue Eigentümer
Neue Eigentümer sind die Berliner Unternehmer Silke und Holger Friedrich. Die beiden seien bislang in der Medienbranche nicht tätig und unbekannt gewesen, so Michael Meyer im Medienmagazin des Dlf: "Das war dann auch das Überraschende an dieser Meldung."
Meyer rechnet damit, dass in Zukunft das Digitalgeschäft beim Berliner Verlag stärker betont wird. "Viele Formate, die zum Beispiel die Konkurrenz macht, machen die noch gar nicht: wenn Sie an Podcasts denken, wenn Sie an Video denken, wenn Sie an Newsletter denken. Also da ist noch vieles denkbar."
Verlag erst 2009 übernommen
Zur DuMont-Gruppe gehören unter anderem der "Kölner Stadt-Anzeiger", "Express", "Mitteldeutsche Zeitung" und "Hamburger Morgenpost". DuMont hatte den Berliner Verlag 2009 von der Mecom Group übernommen, hinter der der britische Finanzinvestor David Montgomery stand.