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Bildung
EU-Kommisson startet neues Programm für Jugendarbeit

Viele junge Menschen in Europa erhalten laut EU-Bildungskommissar Tibor Navracsics nicht die notwendige Bildung, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Das beträfe Grundfertigkeiten wie Lesen und Schreiben oder Schlüsselkompetenzen wie den Umgang mit digitalen Technologien. Die EU-Kommission will deshalb eine Reihe von Initiativen starten.

Von Thomas Otto | 07.12.2016

Zwei Auszubildende aus Spanien bei einer Firma in Karlsruhe
Welche Kompetenzen müssen Bildungssysteme vermitteln? "Wir fokussieren auf die Kernkompetenzen, bei denen die neuesten Pisa-Ergebnisse einen Anstieg leistungsschwacher Schüler zeigen", so der EU-Bildungskommissar Navracsics. (picture-alliance / dpa / Uli Deck)
"Die Mitgliedsstaaten haben Fortschritte bei der Reform ihrer Bildungssysteme gemacht. Aber sie müssen mehr tun, damit diese effizienter und inklusiver werden und jungen Menschen jeglicher Herkunft hochwertige Bildung bieten", sagte Tibor Navracsics.
Zu viele junge Menschen in der EU verließen die Schule ohne Abschluss, so Navracsics weiter. Die Kommission will deshalb eine ganze Reihe von Initiativen folgen lassen, mithilfe derer sie die Bildungs- und Berufschancen junger Menschen in Europa verbessern will. Dafür sollen beispielsweise Informationen darüber gesammelt werden, welchen beruflichen Erfolg junge Menschen nach dem Abschluss welchen Studiums haben. Die Erkenntnisse sollen dann an die Universitäten zurückfließen.
Kommission: Nur wenige Auszubildende nutzen die Chance, ins Ausland zu gehen
Bei ihren Vorhaben ist die Brüsseler Behörde allerdings auf die Unterstützung der Mitgliedsstaaten angewiesen, betonte Kommissar Navracsics:
"Die Kommission wird zum Beispiel mit den Mitgliedsstaaten neu definieren, welche Kompetenzen Bildungssysteme vermitteln müssen. Dabei fokussieren wir auf die Kernkompetenzen, bei denen die neuesten Pisa-Ergebnisse einen Anstieg leistungsschwacher Schüler zeigen."
Ein weiterer Schwerpunkt der Kommissioninitiative: Mobilität in der Ausbildung. Bisher nutzten nur wenige Auszubildende die Chance, ins Ausland zu gehen, so der Befund der Kommission. Längerfristige Arbeitspraktika von Lehrlingen im Ausland sollen deshalb erleichtert werden. Ziel ist, dass in den kommenden vier Jahren 50.000 Lehrlinge einen mindestens sechsmonatigen Auslandsaufenthalt absolvieren. Dafür soll ein Teil des Geldes aus dem Erasmus-Plus-Programm verwendet werden. Erst kürzlich hatte das EU-Parlament dem Haushalt für 2017 zugestimmt, der unter anderem 50 Millionen Euro mehr für das Erasmus-Programm vorsieht.