Sonntag, 14. April 2024

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Leistungssport
Bis zu 20 Prozent der Athlethen laut Experten von Essstörungen betroffen - DOSB plant Tagungen

Leistungssportler haben nach Einschätzung von Experten ein erhöhtes Risiko, eine Essstörung zu entwickeln. "Das ist ein relevantes Problem", sagte der Sportmediziner Wilhelm Bloch der Deutschen Presse-Agentur. Zwischen zehn und zwanzig Prozent aller Athletinnen und Athleten seien betroffen.

06.03.2023
    26.05.2022 Langenthal Schweiz: Leichtathletik Auffahrts-Meeting. Detailaufnahme Beine der Läufer vor dem Start.
    Leistungssportler können Essstörungen entwickeln. (IMAGO / MANUEL GEISSER)
    Besonders anfällig sind laut Bloch Sportarten, in denen Gewicht und Ästhetik eine Rolle spielen - etwa Rhythmische Sportgymnastik, Skispringen oder Ausdauersportarten wie Langstreckenlauf. Dabei kann ein gestörtes Essverhalten für sportliche Höchstleistungen und Erfolg langwierige Folgen haben. Das Ausbleiben der Regelblutung, Ermüdungsfrakturen oder Depressionen sind nur einige mögliche Auswirkungen.
    Um auf die Risiken aufmerksam zu machen, brechen auch immer mehr Athleten ihr Schweigen. Zuletzt sprach Ex-Turnerin Kim Bui in der ARD-Doku "Hungern für Gold" über ihre Bulimie. Auch Formel-1-Pilot Valtteri Bottas, die französische Tennisspielerin Caroline Garcia und die Schweizer Biathletin Lena Häcki-Groß machten kürzlich öffentlich, von Essstörungen betroffen zu sein.
    Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will durch Tagungen für Mediziner, Trainer und andere Sportverantwortliche für das Thema sensibilisieren und durch jährlich verpflichtende Gesundheitschecks für Kaderathleten die Fallzahlen verringern. Die Leiterin im Bereich Gesundheitsmanagement beim DOSB, Birte Steven-Vitens, betont allerdings: "Auch die besten Systeme und unsere Arbeit werden Essstörungen nie zu 100 Prozent verhindern können."