Montag, 20. Mai 2024

06. Juni 2023
Blick in die Zeitungen von morgen

Das beherrschende Thema ist die Zerstörung des Staudamms in der Ukraine.

06.06.2023
Das Videostandbild zeigt Wasser, das durch einen Durchbruch im Kachowka-Staudamm fließt.
Wasser, das durch einen Durchbruch im Kachowka-Staudamm in der Ukraine fließt. (Uncredited/Ukrainian Presidential Office/AP/dpa)
Die OM-MEDIEN aus Vechta bemerken:
"Angesichts des immensen Schadens für die Zivilbevölkerung in der Ukraine könnte man getrost von einem Kriegsverbrechen sprechen. Bislang lässt sich allerdings nur vermuten, was passiert sein könnte. Dennoch würde es wohl ins russische Kalkül passen, den Damm zu zerstören. Denn auch militärisch bedeutet die Sprengung einen herben Rückschlag für die Gegenoffensive der Ukraine. Auf diese Weise schafft es das Moskauer Regime, den grausamen Krieg in die Länge zu ziehen."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg schreibt:
"Es ist noch gar nicht abzusehen, wie viel Leid dadurch noch verursacht werden wird. Und welche Kettenreaktionen dieser Zivilisationsbruch noch auslösen könnte; schließlich liegt das Atomkraftwerk Saporischschja in unmittelbarer Nähe. Aber auch ohne einen noch größeren GAU liegt bereits ein unglaubliches Verbrechen vor. Die ungezügelte Handschrift passt - nach allem, was wir bisher wissen - eindeutig zu Russland."
Der SÜDKURIER aus Konstanz stellt fest:
"Wie üblich weisen sich Kiew und Moskau gegenseitig die Schuld zu. Unabhängig überprüfen lässt sich vorerst nichts. Doch so wie in jedem Krieg sagen Worte wenig. Aufschlussreicher ist die Frage, wem eine derart kaltblütige Entscheidung gegen Mensch und Natur nützt. Hier weisen die Spuren unzweifelhaft nach Moskau."
Auch die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG folgert:
"Die Ukraine hat jedenfalls an der Vernichtung der Existenzgrundlage ihrer Bevölkerung kein Interesse. Zumal sie gerade - wenn auch nur eine mühsam vorankommende - Frühjahrsoffensive betreibt. Nun werden ihre Kräfte in der Eindämmung der Staudamm-Katastrophe gebraucht, was die Rückeroberungen ausbremsen wird. Russland wiederum steckt in diesem Krieg fest und muss sogar Geländeverluste hinnehmen. Der Kreml ist weit von seinen Kriegszielen entfernt. Diese Flut nutzt also dem Aggressor Russland, dem jedes Mittel recht ist."
Und der WIESBADENER KURIER erläutert:
"Es wäre nicht das erste schwere Kriegsverbrechen, das Putins Armee in der Ukraine verübt. Umso weniger versteht man, warum auch hierzulande manche Putinfreunde immer noch glauben, dass es sich bei diesem Russland um einen schwierigen, aber im Grunde vernünftigen Partner handelt. Selbst der sonst so kühle Olaf Scholz hat dies in einem leidenschaftlichen Gefühlsausbruch jüngst auf den Punkt gebracht. Der Kanzler wäre gut beraten, nicht nur seine Rhetorik, sondern auch seine Strategie der Lage anzupassen. Statt mantraartig zu wiederholen, man stehe dem EU-Beitrittskandidaten 'so lange wie nötig' bei, sollte die Bundesregierung ein neues Ziel erklären: den Sieg der Ukraine."