01. August 2023
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungen von morgen beschäftigen sich unter anderem mit der politischen Debatte über eine mögliche Lieferung deutscher Taurus- Marschflugkörper an die Ukraine.

zwei rechteckige Marschflugkörper sind an der Unterseite eines Flugzeugs der Luftwaffe befestigt.
Ein deutscher Marschflugkörper vom Typ "Taurus". (imago / StockTrek Images / imago stock&people)
Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg erläutert:
"Politiker von Grünen, FDP und CDU sind dafür - und sie haben Recht. Die Bundesregierung hat immer wieder gezögert, Waffen zu liefern, weil sie eine weitere Eskalation durch Russlands Machthaber Putin fürchtete. Bestätigt hat sich die Befürchtung nicht."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG meint:
"Des Kanzlers Lieblingsargument läuft diesmal ins Leere: Deutschland würde sich mit den Taurus nicht exponieren oder gar isolieren, sondern folgte nur dem Beispiel von London und Paris. Mit deren Marschflugkörpern bereitet Kiew die Rückeroberung besetzter Gebiete vor."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm stellt fest, das Thema Waffenlieferungen erreiche wieder:
"den ethischen Knackpunkt, ob Deutschland die Ukraine nur bei Verteidigung und Rückeroberung ihrer Gebiete helfen darf oder auch bei einem Gegenangriff. Und ob man die 'Taurus' nicht im Verteidigungsfall selbst braucht. Wenn der Kanzler aus dem Urlaub zurück ist, wird er also ein weiteres Scheibchen zur Begutachtung bekommen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG gibt zu bedenken:
"Es dürfte Monate dauern, bis der Flugkörper in die Maschinen, welche die ukrainische Luftwaffe einsetzt, technisch integriert ist. Kiew soll zwar auch vom Westen F-16-Kampfjets bekommen. Aber auch dieses Flugzeug kann den Taurus nicht ohne Anpassungen einsetzen."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU geht ein auf die Entscheidung der Militärregierung in Myanmar, die Haftstrafe der abgesetzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu reduzieren:
"Suu Kyi bleibt in Haft, vielleicht lebenslang. So scheinen die üblichen Motive einer Begnadigung – Befriedung, Versöhnung, Großzügigkeit – hier nicht zu gelten. Vielmehr wirkt der Schritt wie eine Farce, gar eine Beleidigung."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG bewertet die Teilbegnadigung als weiteren Akt der Verzweiflung von Myanmars Generälen:
"Denn nach allem, was nach außen dringt, wollen immer mehr Menschen nur eines: Dass die Machthaber verschwinden und den Weg für eine echte Demokratie frei machen. Sie werden sich von der symbolischen Begnadigung nicht blenden lassen."
Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der unter anderem der DONAUKURIER gehört, spekuliert über die Motive:
"In diesem Fall dürfte es der Versuch sein, international auf sich aufmerksam zu machen und festgefahrene diplomatische Gespräche wieder in Gang zu bringen. Das mächtigste Mittel für die Armeeführung ist und bleibt für solche Zwecke die 78-jährige Suu Kyi."